Der Elektronikhändler Conrad veröffentlicht Produktbewertungen von Kunden im Onlineshop - mit Erfolg: Seitdem werden mehr Besucher zum Kauf animiert.

Der Webshop Conrad.de verzeichnet durchschnittlich sechs Millionen Besucher im Monat. Von diesen Besuchern will der Elektronikversender verständlicherweise möglichst viele zu Kunden machen - und setzt dabei auf die Meinung der anderen Kunden.

"Wir haben Ratings und Reviews eingeführt, weil wir überzeugt sind, dass die Ansichten unserer Kunden Interessenten die Kaufentscheidung leichter machen", erläutert Katja Klafka, Social Media Marketing Manager bei Conrad. "Die Ergebnisse geben uns Recht."

Nach der Einführung eines gemeinsam mit dem Softwarehersteller Bazaarvoice erarbeiteten Bewertungsprogramms gaben Kunden zunächst Bewertungen zu den bei Conrad in den vergangenen sechs Monaten gekauften Artikeln ab.

Bei den Besuchern, die sich im Webshop umschauten, kam das gut an: Die sogenannte Conversion Rate, die angibt, welche Besucher des Webshops tatsächlich etwas kaufen, ist bei denjenigen, die auf die Berichte anderer Kunden zugreifen, mehr als doppelt so hoch wie bei anderen Besuchern.

Offener Meinungsaustausch

Da Glaubwürdigkeit bei Produktempfehlungen entscheidend ist, ermöglicht Conrad einen offenen Meinungsaustausch auf der Website. Die durchschnittliche Produktbewertung lautet aber auch so "sehr gut". Einige positive Onlinerezensionen druckt der Händler zudem in den Katalogen ab und bringt sie an den Regalen in den Filialen an.

Um möglichst viele Bewertungen und Produktbeschreibungen und somit überzeugende Informationen für die Kaufentscheidung bereitstellen zu können, setzt Conrad ein "PIE-Programm" (Post Interaction E-Mail) ein. Kunden erhalten im Anschluss an den Kauf automatisch eine E-Mail mit der Bitte um ihre Meinung. "Die Antwortquote auf diese E-Mails ist weitaus größer als bei herkömmlichen Marketing-Newslettern", berichtet Klafka.

Meinungsfreudige Produkttester

Vertrauenswürdige Verfasser von Bewertungen lädt der Händler zudem ein, neue Produkte zu testen und ihre Ansichten online zu veröffentlichen. Dadurch bekommt der Händler viele Bewertungen und stärkt gleichzeitig die Kundenbindung: "Die Kunden stellen fest, dass wir ihr Interesse zu schätzen wissen", berichtet die Marketingmanagerin. Darüber hinaus wertet Conrad die Testberichte aus, um im Vorfeld der Markteinführung Produktmängel zu beseitigen, oder - falls die negativen Testberichte überwiegen - Produkte gar nicht erst ins Sortiment aufzunehmen.

In nur knapp zwei Jahren hat Conrad eine sechsstellige Anzahl von Onlinebewertungen erzielt: „Somit profitieren wir bei Suchvorgängen, haben eine aktive Community und wissen, welche Meinung unsere Kunden haben", lautet das Fazit von Klafka.

Sybille Wilhelm

Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe des Sonderhefts Online Handel erschienen. Bestellen Sie hier ein kostenloses Exemplar.