Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sieht die Wirtschaft für den Erhalt von Arbeitsplätzen "in der moralischen Verantwortung".

Die Firmen seien "nicht nur Opfer der Finanzkrise", sondern hätten "der Gier nach hohen Renditen nichts entgegengesetzt", sagte Sommer der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

Manager hätten "tausendfach Menschen entlassen, nur um einigen Aktionären unseriöse Renditen und sich selbst unmoralische Gehälter zu garantieren," zetert der DGB-Chef.

Kündigungsverzicht hilft nicht

Zu dem von der Wirtschaft in Aussicht gestellten freiwilligen Kündigungsverzicht gab Sommer zu bedenken, damit sei "weder den Leiharbeitern geholfen, die ja teilweise über ein Drittel der Belegschaften in großen Betrieben ausmachen, noch den befristet Beschäftigten, deren Verträge einfach nicht verlängert werden."

Er sprach von der "moralischen Pflicht" vor allem börsennotierter Großunternehmen, "alles zu tun, ihre Beschäftigten vor Entlassungen zu schützen".

Kein neues Bündnis für Arbeit

Ein neues "Bündnis für Arbeit" zur Krisenbewältigung lehnte Sommer ab. Es sei aktuell "nicht die Zeit für die Suche nach kleinsten Gemeinsamkeiten", wie man es von solchen Runden kenne. "Gefordert ist jetzt der große Wurf, der wirtschaftliche Notzeiten für Deutschland verhindert." Dabei sei vor allem die Bundesregierung am Zug.

Von niedrigeren Steuern zur Konjunkturankurbelung halte er "wenig bis nichts". "In einer Zeit, in der der Staat mit großen Investitionsprogrammen Konjunktur und Wirtschaft stützen muss, können wir ihn nicht noch zusätzlich durch allgemeine Steuersenkungen schwächen", sagte der DGB-Chef.