In Stockholm können Onlinekunden des Outdour-Ausrüsters Addnature festlegen, wie viel sie für die Lieferung zahlen wollen. Wer das Paket zu diesen Bedingungen ausliefert, kann den Auftrag übernehmen.

Der Logistikdienstleister DHL hat in Stockholm mit der Plattform MyWays eine neue Form der Paketzustellung eingeführt: Ab sofort können die Einwohner der schwedischen Hauptstadt die Zustellung einzelner Pakete an den Empfänger übernehmen.

Eine spezielle App für mobile Geräte von Apple sowie dem Betriebssystem Android verbindet dabei Empfänger und Zusteller und biete so Vorteile für beide, wirbt DHL: Der Empfänger profitiere von der flexiblen Zustellung und der Zusteller nutze seine täglichen Wege durch die Stadt für einen Zusatzverdienst. Das derzeitige Pilotprojekt wird von Servicepunkten in Stockholm betrieben.

"MyWays ist nicht nur ein Service für alle, die eine flexible Zustellung wünschen, sondern es ist auch ein Service für diejenigen, die gerne ein Paket ausliefern würden, wenn sie damit ein wenig Geld dazuverdienen können", erläutert Peter Hesslin, Chef von DHL Freight Schweden. "Das macht die Plattform so einzigartig. Sobald das Paket bei einer DHL-Station ankommt, vereinbaren Empfänger und Zusteller das Entgelt und die Einzelheiten der Zustellung über die mobile App."

Kunde legt Lieferentgelt fest

Bei der Onlinebestellung kann der Kunde demnach Zeit und Ort der Zustellung in Stockholm sowie das Zustellentgelt festlegen. Das Paket wird dann in einer DHL-Station registriert und erscheint für alle Nutzer sichtbar auf der MyWays-App. Die Nutzer können entscheiden, welches Paket sie zur angegebenen Anschrift und zur festgesetzten Zeit transportieren wollen.

Erste Tests mit dem schwedischen Outdour-Ausrüster Addnature, der neben einem Webshop auch drei Filialen in Stockholm betreibt, hätten gezeigt, dass die Stockholmer die Flexibilität von MyWays annehmen und ihre Stadtgänge gerne mit der Zustellung von Paketen an ihre Mitbürger verbinden.

Zubrot für Studenten

"Mit MyWays konnten wir unsere Kunden beliefern, egal wo sie in diesem Sommer waren", sagt Klas Berggren, Partner und Gründer von Addnature. "Meistens haben Studenten die Zustellungen übernommen. Die Reaktionen waren positiv. Viele Menschen fanden das Konzept spannend. Außerdem ist es gut für die Umwelt, wenn Pakete von Privatpersonen auf ihrem täglichen Weg transportiert werden."

Das Projekt soll zunächst bis Ende 2013 getestet werden. Die herkömmliche Zustellung ist für den Addnature-Kunden weiterhin kostenlos; lediglich für Kajaks berechnet der Outdoorhändler eine Frachtgebühr.