Der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes muss für das Jahr 2013 einen Verlust verkraften. Aufwind bekommt DaWanda allerdings durch Insight Venture Partners. Der Alt-Investor stockt seine Anteile deutlich auf.

Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin
Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin

DaWanda
ist eine Erfolgsgeschichte. Irgendwie. Im Jahr 2006 von Claudia Helming gegründet, konnte das Startup wenig später dank Investitionen von Holtzbrinck Ventures ordentlich Fahrt aufnehmen. Inzwischen hat sich DaWanda zu dem Platz für Handmade-Ware entwickelt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international im europäischen Raum. 300.000 Hersteller bieten auf dem Marktplatz rund 5 Millionen Produkte an – für fast 5 Millionen Mitglieder. DaWanda verdient an einer Provision und Einstellgebühren. Aber Achtung! Aus den USA kommt der größte Konkurrent namens Etsy, der etwa zeitgleich an den Start ging und seit 2010 in Deutschland um Kunden wirbt.

Umsatz steigt, Fehlbetrag sinkt

Schaut man sich die von DaWanda genauer an – Neuhandeln.de hat das für das Jahr 2013 getan –, dann kann man feststellen: Die Zahlen sind rot. Aber das Rote verblasst immerhin. In 2013 gab es einen Jahresfehlbetrag von 3,5 Millionen Euro. 2012 war es noch ein Minus von 4,9 Millionen Euro. Ein kleiner Aufwärtstrend.


Dieser bestätigt sich, wenn der Außenhandelsumsatz in Betracht gezogen wird. Der hat sich von 70 Millionen Euro in 2012 auf 100 Millionen Euro im Jahr darauf gesteigert. Für das Jahr 2014 wird ein Umsatz in Höhe von 140 Millionen Euro erwartet. Dass trotz der guten und steigenden Umsatzzahlen ein Minus am Ende steht, liege an den Investitionen in das Wachstum. Eine Investition in die Zukunft also. Dazu gehören auch der Concept Store „Snuggery“, der im Mai letzten Jahres in Berlin eröffnet wurde, sowie das eigene Magazin „LoveMag“, das seit Herbst auch im Zeitschriftenhandel erhältlich ist.

Insight Venture Partners erhält Mehrheitsanteile

Stichwort Investition. Gestern gab DaWanda bekannt, dass der bisherige Investor Insight Venture Partners eine Schippe drauf gelegt hat. Für einen unbekannten Betrag hat der Investor die bisherigen Mit-Investoren Holtzbrinck Ventures und Vorwerk Ventures herausgekauft. 55,7 Prozent Anteile hält Insight Venture Partners jetzt. Global Founders Capital, Enfield und Kersiwood Holdings sind bei dieser aktuellen Finanzierungsrunde ebenfalls eingestiegen.

Mit dem frischen Kapital möchte DaWanda vor allem eines: die Expansion vorantreiben – national und international. Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von DaWanda, erklärt hierzu: „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit Insight unser Geschäftsmodell für die internationalen Märkte weiter ausbauen können.“ Damit die weitere Expansion funktioniert und DaWanda nicht von Etsy überholt wird, müssen Gründer und Investoren anpacken. So, wie es ihre Kunden tun.