eBay hat ein starkes Weihnachtsquartal hinter sich: Der Umsatz stieg um 16 Prozent. Der Rekordgewinn des Quartals basiert aber auf dem Verkauf der Internettelefonie-Sparte.  

Die Onlinehandelsplattform eBay hat ein Rekordergebnis eingefahren: Unterm Strich verdiente eBay im letzten Quartal des Jahres 2009 knapp 1,4 Milliarden US-Dollar (knapp eine Milliarde Euro), hat das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) im kalifornischen San Jose mitgeteilt. Vor einem Jahr waren es noch 367 Millionen Dollar (umgerechnet rund 262 Milliarden Euro.

Doch das Ergebnis ist nicht etwa so gut, weil der Umbau zum Marktplatz großartig verläuft. Vielmehr hat das ehemalige Auktionshaus 2009 das eigene Tafelsilber verscherbelt: Mitte November verkaufte eBay seine VoIP-Tochter Skype für 1,9 Milliarden Dollar mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Netscape-Gründer Marc Andreessen. Mit 30 Prozent ist eBay jedoch noch an Skype beteiligt.

Umsatz stieg im Weihnachtsquartal um 16 Prozent

Gleichwohl stieg auch der Umsatz im Weihnachtsquartal im Vorjahresvergleich um 16 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Der Online-Bezahldienst Paypal setzte 795 Millionen US-Dollar um – ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings gibt es für manche Verkäufer auch einen sogenannten PayPal-Zwang: Sie müssen das hauseigene Bezahlverfahren anbieten.

Das Kerngeschäft mit Auktionen und Festpreis-Angeboten legte insgesamt um 15 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar zu: "Wir haben ein starkes viertes Quartal hinter uns", sagt Konzernchef John Donahoe. Das honorierte auch die Börse: Die Aktie stieg nachbörslich um 8 Prozent.

Der Anteil am Gesamtumsatz, den eBay in seinem Heimatmarkt USA erwirtschaftet hat, ging unterdessen gegenüber dem vierten Quartal 2008 von 46 auf 44 Prozent zurück. Die Zahl der "aktiven Nutzer" ist im Vergleich zum Vorjahr weltweit von 87,7 Millionen auf 90,1 Millionen gestiegen. Der Jahresumsatz 2009 betrug 8,72 Milliarden US-Dollar – immerhin 2 Prozent mehr als 2008. Der Nettogewinn stieg um 34 Prozent auf 2,39 Milliarden US-Dollar.

Deutschland-Zentrale wird trotzdem stark ausgedünnt

eBay Deutschland profitiert von den guten Zahlen unterdessen nicht: In der Zentrale in Dreilinden bei Berlin muss bis zur Jahresmitte knapp Zweidrittel der Belegschaft gehen.

Die Amerikaner beteuern zwar immer wieder, dass Deutschland ein wichtiger Markt sei. Aber die deutschen Kunden seien nicht so anders als die im übrigen Europa – also könne man das europäische Geschäft auch zentral in anderen Ländern steuern.