Skulpturenhaftes Design, gediegener Innenraum: Mit dem neuen Astra will Opel dem Golf Marktanteile abjagen. Und nebenbei soll dieses Auto auch helfen, die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Mitten in der Existenzkrise präsentiert Opel ein neues Modell. Der angeschlagene Autobauer, dessen Zukunft noch immer nicht gesichert ist, setzt nach dem Auftakterfolg des Mittelklassewagens Insignia nun auf die nächste Generation des Kompaktmodells Astra.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung im September in Frankfurt am Main wird der viertürige Golf-Gegner dem Publikum vorgestellt. Die Händler können ab November dieses Jahres über das wichtigste Produkt der Marke (ein Drittel der gesamten Fahrzeugproduktion entfällt auf den Astra) verfügen.

Jetzt als "Sports Tourer"

Nach der Einführung der viertürigen Version, die traditionell rund 50 Prozent Verkaufsanteil an der Baureihe ausmacht, folgt im Frühjahr 2010 der Kombi, mit 40 Prozent Anteil die zweitwichtigste Variante.

Wie schon beim Insignia, so trennt sich Opel auch beim Astra vom Begriff "Caravan" und wechselt zur Bezeichnung "Sports Tourer". Später wird auch die Produktion des Zweitürers auf den die restlichen zehn Prozent entfallen, aufgenommen. Und mit der Neufassung des Kompakt-Vans Meriva wollen die Rüsselsheimer für das kommende Jahr weiter auf dem Automarkt angreifen.

17 Zentimeter länger

Nach insgesamt mehr als 21 Millionen verkaufter Einheiten der Baureihen Kadett und Astra seit 1938 und 2,2 Millionen gefertigter Astras der aktuellen Generation soll das künftige Opel-Modell dem großen Widersacher Golf wieder mehr Marktanteile abjagen - und die Zukunft des Unternehmens sichern.

Der neue Astra ist 17 Zentimeter länger als sein Vorgänger und misst nun 4,42 Meter. Bei der Entwicklung habe das Unternehmen "besonderes Augenmerk auf einen sportlich-skulpturhaften Auftritt und hohe Innenraum-Qualität gelegt", versichert Astra-Chef-Designer Uwe Müller.

Genuss für den Rücken

Dienstwagenfahrer werden sich über die zahlreichen Ablagemöglichkeiten und die ergonomisch geformten Sitze mit dem Gütesiegel der Arbeitsgemeinschaft Gesunder Rücken (AGR) freuen. Auch das Lichtsystem AFL, das seine Intensität und Reichweite durch neun verschiedene Einstellungen den Fahr- und Straßensituationen anpasst sowie die Frontkamera, die Verkehrsschilder lesen kann, gehören zur Liste der Wunschausstattungen.

Zum Verkaufsstart stehen vier Benzin- und vier Dieselmotoren zur Wahl, die alle die Euro-5-Norm erfüllen. Die Leistungsspanne reicht von 70 kW/95 PS bis 132 kW/180 PS. Ein neuer 1,4-Liter-Turbo-Benziner mit 103 kW/140 PS ersetzt den bisherigen 1,8-Liter-Saugmotor. Auch eine besonders verbrauchsgünstige "Ecoflex"-Variante wird angeboten.

Bernd Nusser