Die Sprachzentrale des Öffentlichen Dienstes und der Bundeswehr ist das Bundessprachenamt in Hürth bei Köln: Um die 50 Sprachen werden dort gelernt - von Klassikern wie Englisch und Französisch bis hin zu Exoten wie Kiswahili, Dari oder Georgisch. Um den steigenden Bedarf an Sprachunterricht zu decken, setzt das Bundessprachenamt zunehmend auf digitale Lehr- und Prüfungsangebote.

Die Sprachzentrale des Öffentlichen Dienstes und der Bundeswehr ist das Bundessprachenamt in Hürth bei Köln: Um die 50 Sprachen werden dort gelernt - von Klassikern wie Englisch und Französisch bis hin zu Exoten wie Kiswahili, Dari oder Georgisch. Um den steigenden Bedarf an Sprachunterricht zu decken, setzt das Bundessprachenamt zunehmend auf digitale Lehr- und Prüfungsangebote. Es bedient sich dabei unter anderem der Fernausbildung, eines didaktischen Konzepts, das in der Bundeswehr entwickelt wurde.

Unterstützung bei der Einführung von Technologie in der Ausbildung erhält das Bundessprachenamt von der bundeswehreigenen Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Die am Fachbereich Pädagogik angesiedelte "Projektgruppe Fernausbildung" treibt die Modernisierung der Ausbildung in zahlreichen Bundeswehrinstituten voran. In den kommenden Jahren soll die "Fernausbildung", eine weiterentwickelte Form des E-Learning, eine wichtige Rolle in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Streitkräfte übernehmen. "Fernausbildung ist ein pädagogisches Konzept, das ortsunabhängig Zugang zu Wissen und Lernangeboten ermöglicht", erläutert Dr. Manuel Schulz, Leiter der Projektgruppe. "Dadurch können wir die Ausbildungsqualität sichern und gleichzeitig Kosten einsparen, zum Beispiel für Reise und Unterkunft von Lehrgangsteilnehmern." In eigenen Teletutorenlehrgängen schult die Bundeswehr derzeit Ausbilder aller ihrer Institute für die Fernausbildung.

Wer im Öffentlichen Dienst eine Fremdsprache lernen muss, wird am Bundessprachenamt von Profis ausgebildet. Ein besonderes Angebot sind dabei die "Kombikurse", die begleitend zum Dienst stattfinden: Nach einem zweiwöchigen Lehrgang vor Ort setzen die Teilnehmer das Lernen im Dienst fort - bisher mit Hilfe von Lern-CD und Buch. Nun wollen die Experten aus Hürth noch einen Schritt weiter gehen. Sie bilden Leiter von Kombikursen zu Teletutoren aus, damit sie ihre Kursteilnehmer auch während der Selbstlernphasen intensiv online betreuen können. Dabei sollen die Tutoren die Teilnehmer zur Kommunikation untereinander anregen, denn das gemeinsame Bearbeiten von Aufgaben schult die mündlichen Sprachkenntnisse und erhält die Motivation.

Technologiegestützte Testformen sollen in Zukunft die Durchführung von Sprachprüfungen - eine der wichtigsten Dienstleistungen des Bundessprachenamtes - erleichtern und verbessern. Die neuen Online-Prüfungen werden nicht nur Zeit und Kosten sparen, sondern sollen auch besonders zuverlässige Ergebnisse liefern. Denn alle wichtigen Teilbereiche werden unter die Lupe genommen, so zum Beispiel das Lese- und Hörverstehen oder die Grammatik. "Bisher werden Computer vor allem für das Sprachenlernen eingesetzt. Das kommt gut an: Unseren Teilnehmern macht es Spaß, spielerisch mit der Maus Vokabeln zu pauken. Von den neuen Medien geht eine Faszination aus, die wir im Unterricht seit Langem nutzen," berichtet Gerd Preissler vom Bundessprachenamt in Hürth. Da sei es nahe liegend, auch beim Prüfen auf moderne Technologie zu setzen.

Digitale Medien bereichern auch den Präsenzunterricht am Bundessprachenamt. Die computerunterstützte Sprachausbildung (CUSA) ist fester Bestandteil der Kurse. In speziellen CUSA-Hörsälen steht jedem Teilnehmer ein umfangreiches digitales Übungsangebot und ein eigener Internetzugang zur Verfügung. Durch die technische Unterstützung wird der Unterricht abwechslungsreicher und praxisnah. "Per Internet schicken wir die Teilnehmer direkt ins Land der Zielsprache. Je nach Kenntnisstand recherchieren sie in Wohnungsangeboten und Zugfahrplänen oder stellen zum Beispiel einen Überblick über die aktuellen Schlagzeilen der Tagespresse zusammen", berichtet Preissler. (KC)