Die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft wird nun liquidiert. Die Geflügelbranche gründete bereits eine eigene Vermarktungsgesellschaft.

Die Gesellschafterversammlung beschloss das Ende der Agrar-Werbegesellschaft und bestellte den bisherigen Geschäftsführer Markus Kraus und Friedrich Wolf (bislang Stellvertreter des Geschäftsführers) zu Liquidatoren.

"Jetzt gilt es, gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Interessensausgleich und einen Sozialplan auszuhandeln", sagte Kraus. Ein Zeitraum der Liquidation sei derzeit nicht voraussagbar: "Es gilt zunächst, unzählige Detailfragen zu sondieren und zu klären." Die CMA hat nach eigenen Angaben 150 Mitarbeiter.

Schicksalhaftes Urteil

Hintergrund der Liquidation ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Februar 2009, in dem das Absatzfondsgesetz für verfassungswidrig und nichtig erklärt wurde.

Darüber hinaus entschieden die Karlsruher Richter die Abwicklung des Absatzfonds - und beendeten damit jegliche Beitragserhebung. Die Finanzierungsgrundlage der CMA wurde mit dem Urteil praktisch entzogen.

Geflügelbranche gründet eigene Werbegesellschaft

Mit Sprüchen wie "Bestes vom Bauern" oder "Die Milch macht's" warb die CMA für die hiesige Landwirtschaft. Die Kampagnen wurden durch Pflichtbeiträge der Landwirte finanziert.

Die Eier-, Wild- und Geflügelbranche hat als Folge des CMA-Urteils eine eigene Vermarktungsgesellschaft gegründet. Die Europäische Marketing Agentur, kurz EMA, ist zukünftig für Absatzförderung und Verbraucherinformation zuständig. Die Neugründung wird durch freiwillige Beiträge finanziert.