Es ist ein Triumph für den Umweltschutz: Künftig soll es in Deutschland Plastiktüten nur noch gegen Gebühr geben. Das soll den Verbrauch der Tragetaschen stark reduzieren.

In Deutschland soll es künftig keine kostenlosen Plastiktüten an Ladentheken mehr geben. Das sieht ein Vereinbarungsentwurf vor, den der Deutsche Handelsverband (HDE) in den vergangenen Tagen dem Bundesumweltministerium vorgelegt hat. Die Einzelhändler sollen demnach individuell "einen angemessenen Betrag" für die Tüten festlegen, sagte ein HDE-Sprecher am Freitag.

Von der Regelung ausgenommen sein sollen die sogenannten Hemdchentüten für Obst und Gemüse im Supermarkt. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Von 71 auf 40

Mit der Abschaffung der Gratistüten will der HDE eine EU-Richtlinie vom April dieses Jahres umsetzen. Diese sieht vor, den Verbrauch an handelsüblichen Plastiktüten in Europa bis Ende 2025 auf 40 pro Kopf zu reduzieren. Bisher verbrauche jeder Deutsche im Schnitt 71 Tüten pro Jahr, sagte der HDE-Sprecher.

Im Bundesumweltministerium sei man zufrieden darüber, dass der Handel selbst einen Entwurf vorgelegt habe, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag. Ressortchefin Barbara Hendricks (SPD) habe stets eine freiwillige Regelung einem Gesetz vorgezogen. Derzeit sei man mit dem HDE in Gesprächen, um "wirksame Maßnahmen" zur Begrenzung des Tütenverbrauchs zu finden.