Die Markenhersteller von Kosmetik haben das Krisenjahr 2009 mit einem blauen Auge überstanden: Die Umsatzverluste waren mit 1,5 Prozent geringer als befürchtet.

"Zum Glück waren die Verbraucher jeder Prognose zum Trotz viel positiver gestimmt, als man es erwarten konnte", sagte Stephan Seidel, Präsident des VKE-Kosmetikverbands, auf der Jahrespressekonferenz heute in Düsseldorf. "Sie verhielten sich über praktisch alle Einkommensklassen hinweg ungewohnt antizyklisch."

Demnach stabilisierten sich die Umsätze im zweiten Halbjahr 2009, nachdem sie im ersten Halbjahr zurückgingen. Die vom VKE-Kosmetikverband repräsentierten Unternehmen der mittel- und höherpreisigen Kosmetik erreichten 2009 einen Branchenumsatz von 1,693 Milliarden Euro -  das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Duft gut, Schminke mau

Die Damendüfte konnten sich 2009 offenbar recht gut behaupten: Sie schnitten als einziges Segment mit einem Plus von 0,3 Prozent positiv ab. "Verantwortlich dafür sind erneut sowohl die Klassiker als auch die Neulancierungen", erläuterte Seidel.

Die dekorative Kosmetik verzeichnete hingegen ein Minus von 0,4 Prozent, und auch der Umsatz mit pflegender Kosmetik, zu der Produkte der Gesichtspflege und Sonnenschutz gehören, ging um 1,1 Prozent zurück. "Die Verbraucher haben  zunehmend zu Alternativen bei den sogenannten Konsummarken gegriffen", erklärt sich der VKE-Präsident das Minus. Besonders hart traf es die Produkte im klassischen Körperpflegesegment: Dort ging der Umsatz um 5,9 Prozent zurück.

Männer achten mehr auf den Preis

Die Achterbahnfahrt der vergangenen Jahre bei der Männerkosmetik habe sich unterdessen fortgesetzt: 2009 ging der Umsatz um 4,2 Prozent zurück. "Grundsätzlich werden die Männer zwar immer kosmetikaffiner, sie sind jedoch sehr preissensibel", so Seidel.

Für 2010 erwartet der VKE-Kosmetikverband Umsatzstabilität. "Abhängig von der Entwicklung auf den Arbeitsmarkt und der Konsumstimmung sind sogar leichte Umsatzzuwächse von bis zu 1 Prozent denkbar", sagte VKE-Geschäftsführer Martin Ruppmann. "Die höchsten Erwartungen setzt die Branche in die Segmente pflegende Kosmetik sowie Damendüfte und Parfüms."

Der Verband will in diesem Jahr den "ausufernden Preisschlachten" Einhalt gebieten und weiter gegen die Produktpiraterie vorgehen.

Der VKE-Kosmetikverband

Der VKE-Kosmetikverband mit Sitz in Berlin wurde 1952 in Frankfurt am Main gegründet und nimmt die gemeinsamen Berufs- und Fachinteressen der Distributeure und Hersteller selektiv vertriebener Duft- und Kosmetikprodukte in Deutschland wahr.

Mitglieder des VKE (Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse) sind heute 50 deutsche Vertriebstöchter ausländischer Stammhäuser sowie inländische Kosmetikproduzenten, die mehr als 200, zum Teil weltbekannte Marken und einen Umsatz von knapp 1,7 Milliarden Euro repräsentieren. Die Mitgliedsfirmen des Verbandes stehen eigenen Angaben zufolge für rund 35 Prozent des gesamten Kosmetikmarktes in Deutschland.