Der 23. Dezember ist für den Einzelhandel in der Regel einer umsatzstärksten Tage im Jahr. Auch in diesem Jahr wird der Geschenke-Schlussspurt vielversprechend, zeigt eine Passanten-Umfrage.

Langsam aber gewaltig: Das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist eher schleppend angelaufen, hat dann aber gut zugelegt und steht vor dem 4. Adventswochenende vermutlich vor einem rasanten Finale. Der dritte Adventssamstag war laut Handelsverband HDE der bisher stärkste Tag im diesjährigen Weihnachtsgeschäft.

Doch nach den Ergebnissen einer Passantenumfrage für den
Foto: Hanno Bender
Foto: Hanno Bender
, der vom Institut für Internationales Handels- und Distributionsmanagements (IIHD) an der Fachhochschule Worms und der Unternehmensberatung Bearing Point in Zusammenarbeit mit Der Handel ermittelt wird, sind die Aussichten für das kommende Wochenende für die Handelsbranche sehr erfreulich.
 

35 Prozent des Weihnachtsbudgets sind noch nicht ausgegeben

Die IIHD befragte Konsumenten in Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Stuttgart am dritten Adventssamstag zum Status ihrer Weihnachtseinkäufe. Die positive Stimmungslage der Verbraucher bestätigt danach die Händlererwartungen auf hohe Umsätze: 35 Prozent des Weihnachtsbudgets der Deutschen ist noch nicht ausgegeben.

Mehr als drei Viertel der befragten Passanten (79,5 Prozent) gaben an, mindestens genauso viel oder sogar mehr im Vergleich zum Vorjahr für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Das durchschnittliche Weihnachtsbudget beträgt demnach 403 Euro. Die teuersten Geschenke werden in Düsseldorf unter dem Weihnachtsbaum liegen. Knapp  18 Prozent der befragten Düsseldorfer wollen über 1.000 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, ein weiteres Viertel aller befragten Düsseldorfer sogar 1.800 Euro.

Durchschnittlich wurden 22 Prozent der bisher getätigten Weihnachtseinkäufe über das Internet bezogen. Das sind 7 Prozent mehr als die Befragten ursprünglich planten. Hervorzuheben ist hierbei Düsseldorf mit einem Online-Umsatz von nahezu 50 Prozent und einer Änderung zwischen Plan- und Ist-Wert von nahezu 25 Prozent.

Die Hälfte der Deutschen sind Cross-Channel-Kunden

Quelle: IIHD
Quelle: IIHD
Neben der Analyse der Online-Umsätze zeigt sich, dass im Durchschnitt mehr als die Hälfte der Deutschen Cross-Channel Kunden sind. Hierbei weisen die Ergebnisse jedoch starke regionale Schwankungen auf. So gaben in Frankfurt lediglich 36 Prozent der Befragten an, ihre Weihnachtsgeschenke auch online zu beziehen, wohingegen fast drei Viertel der Düsseldorfer Passanten Mehrkanalnutzer sind. Interessant scheint uns dabei auch, dass neun Prozent aller Befragten angaben, auch mobile Endgeräte für den Weihnachtseinkauf zu nutzen. 
 
Insgesamt nutzen die Deutschen durchschnittlich drei Vertriebskanäle für den Weihnachtseinkauf. Das größte Cross-Channel Potenzial haben dabei innerstädtische Einkaufszentren und Facheinzelhändler. Hier kaufen online-affine Kunden am meisten. Das Warenhaus - formatseitig eigentlich prädestiniert Cross-Channel Potenziale zu erschließen - ist weit abgeschlagen. Lediglich 7,4 Prozent der Onlinekäufer gaben an, auch in Kauf- und Warenhäusern ihr Weihnachtsbudget auszugeben.

Rabatt- und Preisaktionen beim Geschenkkauf nicht gefragt

Obwohl das stimmige Verhältnis von Preis und Leistung den wichtigsten Faktor für die Deutschen im Weihnachtsgeschäft darstellt, legen die wenigsten der Befragten Wert auf Rabatt- und Sonderaktionen. So gaben fast 60 Prozent der Passanten an, sich nur selten oder gar nicht von Preisangeboten beeinflussen zu lassen.

"Ausblickend auf die verbleibenden Tage des Weihnachtsgeschäfts geht es nun darum, das noch adressierbare Umsatzpotential von 135 Euro jedes Deutschen durch gezielte und differenzierte Maßnahmen - losgelöst von Preisschlachten - zu kapitalisieren", bilanziert Prof. Jörg Funder vom IIHD die Ergebnisse der Konsumentenbefragung.