Für Kunden ist es eine gute, für Händler eine schlechte Nachricht: 2009 wird das Jahr der Rabatte, sagen Experten vorher. Viele Unternehmen müssen daher um ihr Fortbestehen bangen.

Laut einer Umfage von "Welt Online" unter Konsumexperten wird das kommende Jahr von gleichbleibenden, vielmehr jedoch sinkenen Preisen geprägt. "Die Händler werden verstärkt Sonderangebote propagieren. Die Rabattaktionen, die wir in diesem Jahr so früh wie selten gesehen haben, werden sich 2009 fortsetzen, vor allem bei Nicht-Lebensmitteln", sagt Holger Odenstein, Konsumexperte bei Boston Consulting Group (BCG).

Die Folge: Der Umsatz kann über die neue Preispolitik teilweise aufgefangen werden, die Renditen werden aber sinken, kündigt Odenstein an. Experten sagen wegen dieser Preiskämpfe vermehrt Insolvenzen von Unternehmen voraus. "Auf die Einzelhändler kommt ein Jahr mit vielen Unsicherheit zu. Deshalb sind viele auch so zurückhaltend mit konkreten Prognosen", sagt Thomas Harms, Handelsexperte und Partner bei Ernst&Young.

Lebensmittelpreise stabil

In der Umfrage der "Welt" sehen die Experten für den Lebensmittelmarkt kaum Veränderungen gegenüber den Vorjahren. Sollte jedoch gespart werden, dann werde das weiter zu Gunsten der Discounter gehen. "Die Preise im Lebensmittelhandel könnten zunächst sinken, wie man ja zuletzt schon bei Milchprodukten gesehen hat. Das wird aber nicht so bleiben, weil irgendwann die Rohstoffpreise wieder anziehen. Das bekommen dann die Verbraucher an der Kasse zu spüren", prognostiziert Sirko Siemssen von Oliver Wyman.

Thomas Harms erwartet für den Nicht-Lebensmittelbereich dagegen einen viel härteren Preiskampf. "Die Rohstoffkosten sinken, das wird sich auch auf die Verbraucherpreise auswirken", sagt der Experte von Ernst&Young.

Der BCG-Fachmann Odenstein sieht schwere Zeiten für Anbietern von Unterhaltungselektronik und Textilien. "Bei diesen Produkten sparen die Konsumenten erfahrungsgemäß, wenn die Zeiten schlechter werden. Käufe sind dann meist nur noch Ersatzbeschaffungen. Fernseher, Kameras oder Navigationsgeräte beispielsweise würden künftig noch öfter online statt im Laden gekauft."