Der gebeutelte Arcandor-Konzern spürt nichts von Kaufzurückhaltung. Die ersten Ergebnisse des Weihnachtsgeschäft sind positiv. Entsprechend sind auch die Prognosen fürs neue Geschäftsjahr.

"Das Weihnachtsgeschäft ist solide im Moment", sagte der stellvertrendene Konzernchef Marc Sommer am Mittwoch in Düsseldorf bei einer Präsentation zu den Online-Aktivitäten von Arcandor.

Weder bei der Warenhaustochter Karstadt noch bei der Versandhaustochter Quelle sei eine Rezession zu spüren.  Umsatzzahlen zum Weihnachtsgeschäft nannte Sommer nicht.

Für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2008/09 gehe Arcandor in allen drei Bereichen Warenhaus, Versandhandel und Touristik von steigenden Gewinnen aus. Der Essener Konzern hatte bereits Mitte August mitgeteilt, dass er für sein neues Geschäftsjahr einen Anstieg des operativen Gewinns (EBITDA) - bereinigt um Wechselkurseffekte - auf mehr als 1,1 Milliarden Euro erwartet. Ursprünglich waren sogar 1,3 Milliarden Euro angepeilt worden.

Zweistelliger Zuwachs im Internet

Für das im September beendete Geschäftsjahr 2007/08 lag das Ziel beim bereinigten operativen Gewinn zuletzt bei mehr als 800 Millionen Euro. Arcandor veröffentlicht die Jahresbilanz Mitte Dezember.

Sommer berichtete von starken Zuwächsen in Internet-Geschäften, die damit zum Wachstumstreiber geworden seien. Im Kalenderjahr 2008 werde ein Umsatzplus von über 20 Prozent im Internet erwartet. Die Bestellungen umfassten 2007 rund 3,5 Milliarden Euro vor Abzug von Retouren.

Regider Sparkurs soll den Konzern sanieren

Bei Arcandor soll ein im sogenannten "Zukunftspakt" beschlossener Sparkurs das angeschlagene Unternehmen sanieren. Mitarbeiter müssen auf 7 bis 12 Prozent des Jahreseinkommens verzichten. Geschäftsführer beteiligen sich mit 20 Prozent, Vorstände bis hin zu Konzernchef Thomas Middelhoff mit 30 Prozent. In der Karstadt-Zentrale wurden Hunderte Stellen gestrichen.