Facebook, Karstadt, Alibaba: Auch im Jahr 2014 gab es wieder einige mal mehr, mal weniger überraschende Nachrichten aus der Wirtschaft. Ein Überblick.

01.01.Der italienische Autobauer Fiat übernimmt den US-Hersteller Chrysler komplett. Der neue Konzern Fiat Chrysler Automobiles (FCA) plant eine 60 Milliarden Dollar teure Produktoffensive. Um das zu finanzieren, wird im Oktober der Sportwagenbauer Ferrari abgespalten.

07.01. Die US-Großbank JPMorgan Chase zahlt die Rekordsumme von 2,6 Milliarden Dollar, um Ermittlungen im Madoff-Betrug zu entgehen. Der Vorwurf war, die Bank habe Kunden nicht vor Börsenmakler Bernard Madoff gewarnt, der mehr als 20 Milliarden Dollar verschwinden ließ.

19.01. Skandal beim ADAC: Der Autoclub räumt Manipulationen beim Preis "Gelber Engel" ein, ausgerechnet bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen. Zudem kommen Hubschrauber-Flüge des Präsidiums in die Kritik.

22.01. Das Windkraft-Unternehmen Prokon stellt einen Insolvenzantrag.
Das trifft 75.000 Anleger, die in Prokon über Genussrechte rund 1,4 Milliarden Euro investiert hatten. Im November gibt es auch deshalb schärfere Regeln für den sogenannten grauen Kapitalmarkt.

19.02. Facebook kauft WhatsApp: Das weltgrößte Onlinenetzwerk zahlt für den Kurznachrichtendienst, der kaum Umsatz macht, am Ende rund 22 Milliarden Dollar. WhatsApp hat inzwischen über 600 Millionen Nutzer. Facebook verspricht, die Daten blieben getrennt.

20.02. Im Dauerstreit um die Kirch-Pleite schließt die Deutsche Bank mit den Erben des 2002 pleitegegangenen Medienkonzerns einen 925 Millionen Euro schweren Vergleich. Der einstige Bankchef Rolf Breuer hatte die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage gestellt.

25.02. Der US-Autobauer General Motors ruft 1,6 Millionen Fahrzeuge wegen defekter Zündschlösser zurück. Später sind es 2,6 Millionen Wagen, die zum Teil ein Jahrzehnt auf den Straßen waren. Mindestens 32 Menschen starben.

28.02. Die größte Handelsplattform für die virtuelle Währung Bitcoin, Mt. Gox, meldet in Tokio Insolvenz an. Dabei werden 850.000 Bitcoins vermisst, davon findet Mt. Gox 200.000 wieder. Der Kurs sinkt auf unter 400 Dollar pro Bitcoin - von über 1.000 Dollar vor einem Jahr.

21.03. Hoffnung für Loewe: Der Investor Stargate Capital übernimmt den insolventen Fernsehhersteller Loewe. Im November stellt mit Metz der nächste deutsche Traditionsanbieter einen Insolvenzantrag. Ihnen macht die Konkurrenz großer asiatischer Hersteller zu schaffen.

02.04. Lufthansa-Piloten legen den Betrieb mit einem dreitägigen Streik weitgehend lahm. Rund 3800 Flüge fallen aus, 425.000 Passagiere sind betroffen. Es geht um Übergangsrenten bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Beruf.

17.04. Mit Streiks direkt vor Ostern geht der Arbeitskampf bei Amazon weiter. Verdi will unter anderem Schutzregeln zu Arbeitszeiten, Urlaub oder Pausen. Im Weihnachtsgeschäft gehen die Arbeitsniederlegungen weiter.

28.05. Google untermauert die Ambitionen im Auto-Geschäft: Der beim Internet-Riesen entwickelte selbstfahrende Wagen hat weder Lenkrad noch Pedale. Der Zweisitzer soll den Verkehr in Städten verändern. US-Behörden tun sich jedoch schwer mit einer Test-Erlaubnis.

Foto: Sybille Wilhelm
Foto: Sybille Wilhelm
31.07. Argentinien ist erneut pleite. Jahrelange Verhandlungen mit US-Investoren um die Rückzahlung argentinischer Altschulden werden für gescheitert erklärt. Insgesamt geht es um 1,5 Milliarden Dollar. Ein US-Richter will Argentinien bestrafen und sorgt für neuen Ärger.

15.08. Karstadt-Sanierer Nicolas Berggruen gibt auf: Der als Retter gekommene Finanzinvestor verkauft die angeschlagene Warenhauskette für nur einen Euro an den Österreicher René Benko. Berggruen hatte Karstadt 2010 ebenfalls für einen Euro aus der Insolvenz übernommen.

01.09. Mit einem dreistüngigen Warnstreik startet der Arbeitskampf der Lokführergewerkschaft GDL. Im Oktober und November gibt es zwei tagelange Streiks, die Millionen Reisende treffen und für viel Kritik sorgen. Die GDL will weitere Mitarbeiter-Gruppen vertreten.

19.09. Der bisher größte Börsengang der Welt ist perfekt: Die chinesische Handelsplattform Alibaba nimmt in New York 25,03 Milliarden Dollar ein. Der Kurs steigt am ersten Tag um mehr als 36 Prozent. Zum Jahresende ist Alibaba über 280 Milliarden Dollar wert.

23.09. Die Staatsanwaltschaft München klagt den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und vier weitere frühere Spitzenmanager an. Ihnen wird versuchter Betrug im Kirch-Prozess vorgeworfen: Sie hätten versucht, Schadenersatz an Erben des Medienunternehmers Leo Kirch zu vermeiden.

30.09. Ebay startet eine Welle der Firmen-Aufspaltungen: Die Handelsplattform will den Bezahldienst Paypal abtrennen. Wenig später kündigt Hewlett-Packard die Auskoppelung des PC-Geschäft an und auch die IT-Sicherheitsfirma Symantec will sich in zwei Teile spalten.

01.10. Deutschland hat einen neuen Mobilfunk-Marktführer. Die spanische Telefónica schließt die Übernahme von E-Plus ab. Sie kommen zusammen auf rund 46 Millionen Kunden. Dem Zusammenschluss fallen bis
2018 rund 1.600 Stellen zum Opfer.

02.10. Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet erlebt bei dem groß zelebrierten Börsengang eine Bauchlandung: Die Aktie fällt unter den Ausgabepreis. Wochen später erholt sie sich doch. Auch die Aktie des Modehändlers Zalando schafft es nach schwachem Debüt ins Plus.

26.10. Bei Banken-Stresstests der Europäischen Zentralbank fallen 25 der 130 untersuchten Institute aus dem Euroraum durch, in Deutschland die Münchener Hypothekenbank.

14.11. Der einstige Top-Manager Thomas Middelhoff wird wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Haft verurteilt. Noch im Gericht wird der 61-jährige verhaftet. Middelhoff war Chef bei Bertelsmann und dem pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor.

28.11. Der Ölpreis fällt erstmals seit 2010 unter die Marke von 70 Dollar pro Barrel. Möglicherweise nimmt die OPEC niedrigere Einnahmen in Kauf, um die wachsende Ölförderung in den USA weniger rentabel zu machen. Den Haushalt von Ländern wie Russland trifft der Preis hart.

30.11. Radikaler Kurswechsel bei Eon: Das einstige Kerngeschäft mit Energie aus Atom, Kohle und Gas soll mit einem Börsengang abgestoßen werden. Künftig will sich der hochverschuldete Konzern auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren.

04.12. Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber holt sich weitere
1,2 Milliarden Dollar bei Investoren. Das Startup aus San Francisco wird dabei insgesamt mit 40 Milliarden Dollar bewertet. Zugleich steigt der Druck mit Verboten unter anderem im Spanien und Indien.