In vielen Städten werden ehemalige Karstadt-Gebäude umgebaut oder abgerissen, um Platz für neue Handelsformate zu schaffen. Nicht selten entstehen Einkaufszentren dort, wo einst ein Warenhaus stand.

Shoppingcenter statt Karstadt: Diese Formel gilt für viele Städte, aus denen sich Karstadt zurückgezogen hat. Dort wird das Warenhaus durch neue Handelsformate ersetzt, am häufigsten durch Einkaufszentren.

In Kiel etwa wird gerade das alte Kar­stadt-Gebäude abge­ris­sen. Ende 2012 soll mitten in der Innenstadt ein Shoppingcenter mit rund 20.000 Qua­drat­me­tern Verkaufsflä­che entstehen.

Unter den Mie­tern sind Saturn, C&A Rewe dm-Drogeriemarkt - und auch Kar­stadt Sport. Der ehemalige Karstadt-Standort wurde für 71 Mil­lio­nen Euro von der luxem­bur­gi­sche Fonds­gesellschaft Ærium übernommen.

In Hanau wird gebaut, in Mainz geplant

Im hessischen  Hanau möchte die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) am ehemaligen Karstadt-Standort ebenfalls ein Einkaufszentrum bauen und die Verkaufsfläche von ursprünglich 15.000 auf 24.000 Quadratmeter erweitern.

Auch in Mainz gibt es Pläne, die heutige Karstadt-Filiale zusammen mit anliegenden Gebäuden zum Einkaufszentrum umzubauen. Danach wäre Karstadt nur ein weiterer Mieter des Objekts, mit einer kleineren Fläche als heute.

In Dortmund will der neue Eigentümer Treveria (eine britische Fondsgesellschaft) das Gebäude an der Kampstraße ab dem Frühjahr für 20 Millionen Euro umbauen und in einem Jahr neueröffnen. Das Haus soll eine Art Portal des neugestalteten "Boulevard Kampstraße" werden.

Filetstücke für Filialisten

Doch nicht immer mutieren die ehemalige Karstadt-Stadorte zu Centern. Die Grundstücke, oft in bester Innenstadtlage, bieten Filialisten ungeahnte Expansionsmöglichkeiten.

In München etwa wird die Otto-Tochter SportScheck im ehemaligen Areal der Karstadt-Filiale am Dom einen Flagship-Store einrichten - dort entsteht gerade ein neues Geschäftshaus.

Das Karstadt-Bettenhaus in Hannover stand ein Jahr lang leer, nun will der Schuhfilialist Reno dort ein Flagship-Store auf vier Ebenen eröffnen. Für die oberen Etagen sind Büros vorgesehen.

Der neue Karstadt-Chef Andrew Jennings will in die bestehenden Karstadt-Standorte investieren und hat dafür eine Investitionssumme von 75 Millionen Euro vorgesehen. Experten bezweifeln jedoch, dass dieser Betrag genügt, um die Standorte sinnvoll zu modernisieren.