Bei der Saga des E-Commerce fühlt man sich doch an die VW-Käfer Werbung der 60er Jahre erinnert "Er läuft und läuft und läuft und ....". E-Commerce scheint ähnlich robust und von allen geliebt. Die Umsatzentwicklung kennt für diejenigen, die's richtig machen, nur eine Richtung – weiter ins Plus. Fünf Fakten, die jeder kennen muss.

1. E-Commerce Umsätze auf Rekordjagd
Der Handel im Netz wächst weltweit ungebrochen. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr: 20,1 Prozent Steigerung auf 1,5 Billionen US-Dollar (handelsdaten.de). Eine stattliche Summe. Auch wer nur den deutschen oder europäischen Markt im Visier hat – die grundlegenden Entwicklungen ähneln sich. Zwar gehören deutsche Verbraucher nicht zu den first movern in Sachen E-Commerce, doch auch hierzulande steigt der Umsatz B2C unaufhörlich an. 44 Milliarden Euro waren es 2016 entsprechend dem Handelsverband Deutschland (HDE). Er rechnet in diesem Jahr mit einem weiteren Zuwachs auf 48,8 Milliarden Euro, andere Institute erwarten, dass bereits die 50 Milliarden-Schwelle übersprungen wird. Dafür sorgen laut Bitkom 74 Prozent der Konsumenten, die mittlerweile über diesen Kanal einkaufen. Am aktivsten sind innerhalb Europas die Briten mit 83 Prozent gefolgt von Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden – und den Deutschen. Die Europäer mausern sich zu Intensivverwendern.

Rund dreiviertel aller Haushalte in Deutschland, jeder zweite in der EU kaufen über das Internet.
© Bitkom
Rund dreiviertel aller Haushalte in Deutschland, jeder zweite in der EU kaufen über das Internet.

Wie Handel via Internet erfolgreich funktioniert, haben Unternehmen wie Amazon und ebay vorgemacht.  Beide spielen als Marktplätze für Händler eine immer wichtigere Rolle. Kurz: Hier führt kein Weg dran vorbei oder anders ausgedrückt: Hier warten Umsatzchancen.

2. Omnichannel wird Alltag
"Im Schnitt hat jeder Deutsche vier bis fünf internetfähige Endgeräte", so Alexander Gösswein, Managing Director Central Europe bei Criteo im Interview auf etailment.  

Hier sind Konsumenten unterwegs. Für Händler sind dies mögliche Touchpoints, um Konsumenten mit ihrem Angebot zu erreichen. Das heißt: Kunden, auf all diesen Kanälen inklusive dem eigenen stationären Geschäft, anzusprechen, ist keine Kür, sondern notwendiger Alltag für Händler. Es hat sich herumgesprochen, dass dieser Weg seine Tücken hat und auch hier vor dem Erfolg erst Hausaufgaben gemacht werden müssen.

Rund zwei Drittel der in einer EHI-Studie befragten erfolgreichen Händler haben stationäre Wurzeln. Deren Umsatz verteilt sich online und stationär jedoch nahezu gleich. Sie nutzen neben ihrem Online-Shopangebot ebenso eine mobile Site beziehungsweise App. Tadellose Logistik, übergreifende Services wie Click & Collect mit Online- oder Filialbezahlung, Online-Verfügbarkeitsanzeigen sind ein Must im Omnichannel.

3. Mobile ist unverzichtbar
"86 Prozent der Händler sind überzeugt, dass Omnichannel nur mit Mobile funktioniert", ist eine Aussage der „Mobile in Retail Studie 2016". Man informiert sich mobil, stellt Preisvergleiche an und orientiert sich, wo das gewünschte Produkt erhältlich ist on- oder offline. Fakt ist heute: 21 Prozent aller über den Desktop abgeschlossenen Cross-Device-Transaktionen nehmen ihren Anfang auf dem Smartphone und umgekehrt beginnen erstaunliche 32 Prozent der auf dem Smartphone abgeschlossenen Käufe am Desktop. Ob ein Besuch im Geschäft, in dem eine Ware begutachtet, befühlt und probiert werden kann, später online abgeschlossen wird, oder ob eine Online-Suche in einem stationären Kauf mündet, bleibt für manchen Händler häufig eine Schätzung. Dieser Customer Journey kommt man heute jedoch präzise auf die Schliche, Voraussetzung sind eindeutig zuordenbare Daten und ein sauber geführtes Datenmanagement.



4. Schlechte Datenqualität kostet Geld
Qualitätsgesicherte und valide Artikeldaten haben an Relevanz gewonnen. Wer auf allen Kanälen mitmischen will, für den sind sauber gepflegte Stammdaten unabdingbar. Und da gibt es Nachholbedarf. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“, bringt es eine Studie schon vor ein paar Jahren auf den Punkt – die Einsicht für gute Datenqualität und deren Einfluss auf Rentabilität sei in Unternehmen vorhanden, doch es mangele häufig an der notwendigen Investitionsbereitschaft.
Knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen bekennen, dass der manuelle Pflegeaufwand der Daten sehr hoch sei. Und rund 43 Prozent wissen, dass die bisherige Standardisierung für den Datenaustausch nicht ausreichend wäre. Klar ist, dass eine automatisierte Vorgehensweise eine deutlich höhere Datenqualität aufweist, das setzt den konsequenten Einsatz von Standards wie GTIN voraus.

Globale, eindeutige Artikelnummern als Basis für fehlerfreie Abläufe und Auswertungen entlang der Prozessketten sind im Handel eine Selbstverständlichkeit geworden, doch mit der notwendigen Stammdatenqualität hapert es. Nur vier Prozent der in der Lündendonk Studie 2016 „Revival der Stammdaten“ befragten Händler bewerten die Qualität ihrer Stammdaten in Bezug auf Aktualität als sehr gut, bei der Frage nach der Vollständigkeit gibt sich keiner mehr die Note 1. Hier gibt es noch viel zu tun. Vor allem bleibt durch fehlerhafte Daten viel Zeit auf der Strecke. Die befragten Unternehmen schätzen, dass durch optimal gepflegte Stammdaten durchschnittlich fünf Prozent der Arbeitszeit eingespart werden.

5. Lückenlose Transparenz
Omnichannel-Verheißungen überzeugen Kunden nur, wenn sie eingehalten werden. Das heißt, Produktinformation, Produktverfügbarkeit und Lieferprognose müssen passen. Blöd, wenn Produkte nicht verfügbar sind oder unerkannt in einer Filiale schlummern. Ebenso fatal, wenn online der Standort nicht ausgespuckt wird, wo ein gesuchtes Produkt gerade jetzt erhältlich ist.

Notwendig ist, Daten aus Kanälen wie Webshops oder Apps mit den Ursprungsstammdaten automatisch zu verknüpfen. Das passiert entsprechend der Lünendonk-Studie nur bei 12 Prozent der befragten Unternehmen (Handel wie Industrie), weitere 32 Prozent sind immerhin in der Umsetzung oder Planung. Kurz: Fehlerfreie und vereinheitlichte Artikelstammdaten sind Grundlage für den Click-und- Collect-Vertriebsweg – so kann E-Commerce Spaß machen.

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