Was Dawnay Day treibt, im letzten Moment die Übernahme von Karstadt durch Investor Berggruen zu blockieren, ist unklar. Auch der Betriebsrat des Warenhauskonzers ist wegen dieses Störfeuers in großer Sorge.

Auch wenige Stunden vor dem Fristablauf in der Nacht zum Freitag ist die geplante Übergabe an den Karstadt-Investor Berggruen noch immer unsicher. Derzeit werde weiter mit Hochdruck mit Vertretern der britischen Investmentgesellschaft Dawnay Day verhandelt, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Thomas Schulz am Donnerstag. Dem britischen Unternehmen gehören auch die Immobilien der Warenhauskette Hertie, die im vorigen Jahr insolvent ging.

Berggruen-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy will die mögliche Verschiebung der Übernahme nicht kommentieren. "Das ist jetzt eine Sache des Insolvenzverwalters, unsere Verpflichtungen sind bekannt", sagte er zu derhandel.de

Sollte die Übernahme doch noch plangemäß vonstatten gehen, sei für diesen Tag nicht geplant, mit einem Festakt die Karstadt-Ära standesgemäß einzuläuten.

Betriebsrat warnt

Dawnay Day hatte Widerspruch gegen den Karstadt-Insolvenzplan eingelegt und droht damit, die für Donnerstag geplante Aufhebung des Karstadt-Insolvenzverfahrens zu blockieren. Angeblich beläuft sich die Forderung der Briten an das Warenhaus auf einen sechsstelligen Betrag. Allen rund 40.000 Karstadt-Gläubigern steht freilich nur 3 Prozent davon zu. Der Insolvenzplan sieht vor, dass die Gläubiger auf bis zu 97 Prozent der Forderungen an Karstadt in einer Gesamthöhe von rund zwei Milliarden Euro verzichten.

Einen weiteren Widerspruch gegen den Insolvenzplan hatte das Bocholter Unternehmen Gilde Handwerk am Mittwoch zurückgezogen. Dessen Antrag auf Akteneinsicht beim Essener Amtsgericht bleibt aber bestehen. Gilde Handwerk reklamiert Unstimmigkeiten im Insolvenzplan.

Zudem hat eine Tochter des Unternehmens noch eine offene Forderung Höhe von 6.000 Euro. Die ihnen letztlich zustehenden 180 Euro (3 Prozent) will der Lieferant für Geschenke und Wohnaccessoires caritativen Zwecke spenden, sagte Wilhelm Seggewiß, kaufmännischer Leiter des Unternehmens, zu derhandel.de

Der Karstadt-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt warnte unterdessen in einem Gespräch mit dem Deutschlandradio Kultur vor weiteren Verzögerungen. Die Unklarheit über den weiteren Bestand der Kaufhauskette sorge bei den Mitarbeitern für große Unsicherheit, sagte Patzelt.