Zwei renommierte Ökonomen fordern eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent ab 2011. Für den Einzelhandel ist dies eine Horrorvision.

Klaus Zimmermann hat die Idee in die Welt gesetzt: Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) plädierte für eine deutliche Erhöhung der Mehrwertsteuer. "Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen", sagte er der "Rheinischen Post". "Ich plädiere dafür, die Mehrwertsteuer ab 2011 um bis zu sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent anzuheben", sagte der Ökonom.

"Wenn man das jetzt schon ankündigt, ziehen die Bürger viele Käufe vor, was in der Krise den Konsum ankurbelt. Im Gegenzug könnten die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden. Das hilft der Wirtschaft und allen Arbeitnehmern", meinte Zimmermann.

Nun hat sich auch der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Thomas Straubhaar, für eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent ab 2011 ausgesprochen. Eine Erhöhung in dieser Höhe bei gleichzeitiger Senkung der Lohnnebenkosten mache viel Sinn, sagte Straubhaar der Zeitung "Hamburger Abendblatt".

Handel warnt vor wirtschaftspolitischer Fehler

Der Einzelhandel zeigte sich entsetzt: "Die Mehrwertsteuererhöhung vor zwei Jahren war der größte wirtschaftspolitische Fehler dieser Legislaturperiode, der sich nicht wiederholen darf", warnte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth.

Die Erhöhung 2007 habe dem Handel die Teilhabe am Aufschwung geraubt und den Konsum geschwächt, kritisierte Genth: "Der Schaden hält bis heute an."