Trotz des warmen Winters machte Deichmann 2014 den höchsten Umsatz der Firmengeschichte. An diesem Dienstag eröffnet der Schuhhändler die erste Filiale auf Mallorca.

Die Deichmann-Gruppe hat 2014 rund 172 Millionen Paar Schuhe verkauft - fünf Millionen Paar mehr als im Vorjahr. In 23 europäischen Ländern und in den USA erzielte die Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Bruttoumsatz von 4,9 Milliarden Euro (netto 4,2 Milliarden Euro), meldet der Schuhhändler aus Essen. Das sei der höchste in der gut 100jährigen Firmengeschichte. Das währungsbereinigte Umsatzplus liegt den Angaben zufolge bei sechs Prozent.

Europas größter Schuheinzelhändler betrieb Ende 2014 weltweit insgesamt 3.600 Filialen und beschäftigte rund 36.150 Mitarbeiter. Damit hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 2014 rund 1.100 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im laufenden Jahr will Deichmann rund 208 Millionen Euro in die internationale Infrastruktur investieren. Davon sollen fast 79 Millionen Euro auf Deutschland entfallen. Allein in Deutschland würden 2015 außerdem rund 380 neue Stellen geschaffen.

Gute Geschäfte im schwierigen Umfeld

"Ob der warme Winter, die weltweiten Währungsschwankungen oder die wirtschaftlichen Turbulenzen in einigen Ländern: Unser Unternehmen stand zahlreichen Herausforderungen gegenüber, die wir gut gemeistert haben", zieht Heinrich Deichmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Deichmann SE, in der Pressemitteilung Bilanz. "Es ist uns gelungen, unsere Position als Marktführer in Deutschland und Europa weiter zu festigen. Dazu trägt auch bei, dass wir unsere umfangreichen Omnichannel-Aktivitäten weiter ausgebaut haben und mittlerweile international erfolgreich 19 Onlineshops mit durchweg zweistelligen Zuwachsraten betreiben."

Als weiteren Grund für das erfolgreiche Abschneiden nennt Deichmann die Kollektionen des vergangenen Jahres: "Wir hatten offenbar ein gutes Gespür für den Kundenwunsch, indem wir mit vielen Modellen den Trend nach sportiver Mode aufgegriffen haben."

Expansion geht weiter

In diesem Jahr will das Unternehmen auch außerhalb Deutschlands sein Filialnetz weiter verdichten und plant weltweit rund 150 Filialen neu zu eröffnen. Zusätzlich werden circa 180 Geschäfte modernisiert. Seit heute, dem 17. Februar 2015, ist Deichmann auf Mallorca in der Hauptstadt Palma im Einkaufszentrum Porto Pi vertreten.

In dem neuen Geschäft präsentiert die spanische Tochtergesellschaft Deichmann Calzados auf 360 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Angebot an Schuhen für Damen, Herren und Kinder, Sportschuhen und Accessoires. "Wir wollen in diesem Jahr die Expansion in den vorhandenen Märkten weiter vorantreiben, denn wir sehen in den meisten Ländern noch Wachstumspotenzial", so Heinrich Deichmann.

Multichannel-Service wird ausgebaut

  
Die Expansion schließe auch die Onlineaktivitäten ein. Im laufenden Jahr will Deichmann weitere Webshops in den jeweiligen Märkten starten und weiter mit international bekannten Modebloggern kooperieren.

Ab Herbst 2015 will das Unternehmen zudem den Heimlieferservice "Ship2home" anbieten. Der Kunde kann dabei Schuhe, die er aktuell in der Filiale nicht gefunden hat, die aber in der Kollektion sind, direkt in der Filiale bestellen und sich bei Verfügbarkeit versandkostenfrei nach Hause schicken lassen.

Außerdem werde es nach dem System "Click & Collect" das Angebot geben, Schuhe per Internet auszuwählen und zu bestellen, um sie dann in der nächstgelegenen Filiale abzuholen.

Aktuell betreibt Deichmann international 19 verschiedene Onlineshops und vertreibt seine Kollektion zudem über eigene Markenshops in verschiedenen Portalen. Bereits seit 2000 verkauft Deichmann unter deichmann.com im Netz - das Unternehmen ging eigenen Angaben zufolge als erster Schuhhändler mit einem Shop online.

"Für uns ist nicht entscheidend, welchen Umsatzanteil der einzelne Vertriebskanal hat, sondern dass der Kunde den Umsatz mit uns macht", erläutert Deichmann die Multichanel-Straegie. In Deutschland ist der Schuhhändler daher seit kurzem auch auf dem Onlinemarktplatz eBay mit einem einen eigenen Webshop aktiv.