"Kein Sommer und kein richtiger Winter", klagt der Schuhfilialist Deichmann über das Jahr 2011 und schafft dennoch den Sprung über die Vier-Milliarden-Umsatzmarke. Nach dem Rekordjahr 2010 schwächt sich das Wachstum jedoch ab.

Europas größter Schuheinzelhändler Deichmann musste im vergangenen Jahr sein stürmisches Wachstumstempo drosseln. Nach einem Umsatzplus um 12,5 Prozent im Jahr 2010 konnte das Essener Familienunternehmen seinen um Währungseffekte bereinigten Gruppenumsatz im vergangenen Jahr nur noch um fünf Prozent auf 4,13 Milliarden Euro steigern.

Flächenbereinigt ergab sich sogar ein leichtes Umsatzminus von 0,74 Prozent. Das Familienunternehmen, das im kommenden Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert, habe einen "zufriedenstellenden" Gewinn erzielt, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Essen mit.

Onlineshops in vier weiteren Ländern geplant

Weltweit erhöhte sich die Zahl der Filialen im vergangenen Jahr um 236 auf 3.175 Läden. Gleichzeitig nahm die Mitarbeiterzahl um 2.500 auf 32.500 zu. Davon hatte mit knapp 14.000 Beschäftigten nur noch weniger als jeder zweite Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz im Inland.

In 21 Ländern Europas und in den USA verkaufte Deichmann 156 Millionen Paar Schuhe. Das waren vier Millionen Paar oder 2,6 Prozent mehr als 2010.

Für das laufende Jahr kündigte Deichmann weiterhin stabile Schuhpreise an. Weltweit ist mit geplanten Investitionen von rund 202 Millionen Euro neben Modernisierungen auch ein Ausbau des Filialnetzes um weitere 190 Läden geplant. Auch im Internet will das Unternehmen seine Expansion fortsetzen und in vier weiteren europäischen Ländern Onlineshops eröffnen.