Deichmann ist mit dem leichten Umsatzplus im Jahr 2013 angesichts des schwierigen Branchenumfelds zufrieden. Im Frühjahr wagt sich der Schuhfilialist auf den russischen Markt.

Im Jahr seines 100-jährigen Bestehens verkaufte Deichmann so viele Schuhe wie nie zuvor: Der Schuheinzelhändler hat 2013 weltweit 167 Millionen Paar Schuhe verkauft, 2 Millionen mehr als 2012, meldet das Unternehmen aus Essen. Der Umsatz des in 22 europäischen Ländern und den USA tätigen Händlers stieg demnach von 4,5 Milliarden Euro auf 4,6 Milliarden. Das währungsbereinigte Umsatzplus lag damit bei 3,3 Prozent.

"2013 war für die gesamte Branche und auch für uns kein leichtes Jahr", so Heinrich Deichmann, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Deichmann SE. "Schnee im März und 15 Grad im Dezember - das waren die Voraussetzungen, unter denen das Jahr bewältigt werden musste." Neben Wetterkapriolen stand das Unternehmen auch gestiegenen Einkaufspreisen und einer andauernden Konsumzurückhaltung in einigen Ländern gegenüber. "In diesem schwierigen Umfeld haben wir uns gut behauptet", so Deichmann.

Den Unternehmensgewinn kommuniziert Deichmann nicht, er sei aber nach wie vor zufriedenstellend. "Wir können weiterhin unser Wachstum ohne externe Geldgeber realisieren und bleiben damit unternehmerisch unabhängig", so Deichmann. "Für uns ist das eine wichtige Voraussetzung unseres Handelns."

3.500 Filialen weltweit

Die Unternehmensgruppe war im vergangenen Jahr in 22 europäischen Ländern und in den USA mit 3.500 Filialen vertreten (2012: 3.325). Mit rund 35.000 Mitarbeitern im In- und Ausland beschäftigte das Unternehmen Ende 2013 etwa 1.300 Arbeitskräfte mehr als 2012. Rund 59 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftete die Gruppe im vergangenen Jahr im Ausland. Besonders erfreulich entwickelten sich demnach die Geschäfte in der Türkei.

In Spanien und Portugal beobachtete der Händler 2013 eine Erholung der Wirtschaftslage und verzeichnete ein deutliches Wachstum. Auch in den USA hätten die Kunden ihre frühere Konsumzurückhaltung aufgegeben, so dass die Zeichen für die Deichmann- Gruppe dort weiter auf Expansion stehen. Als neues Land kam 2013 Bosnien-Herzegowina hinzu, in dem das Unternehmen mittlerweile acht Filialen betreibt. "Hier hatten wir einen erfolgreichen Start, der unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat", so Heinrich Deichmann.

Im Frühjahr 2014 will Deichmann erste Geschäfte in Russland eröffnen. "Wir sind überzeugt, dass das Land ein großes Potenzial bietet und wir die Kunden dort mit unserem Konzept überzeugen werden", sagt Deichmann. Er betont jedoch auch, dass der russische Markt eine Herausforderung für jeden Newcomer ist. Der Händler will zunächst mit sieben Filialen im ersten Halbjahr starten, vier in Moskau und drei in St. Petersburg, jeweils in Einkaufscentern.

Rund 74 Millionen Paar verkaufte Schuhe in Deutschland

In Deutschland betrieb der Schuheinzelhändler im vergangenen Jahr 1.333 Filialen, 40 mehr als im Vorjahr. Davon gehörten 94 zu Roland und MyShoes. 73,8 Millionen Paar Schuhe hat Deichmann hier zu Lande verkauft, das sei ein leichtes Minus von einem Prozent (2012: 74,7 Millionen). Gleichzeitig habe aber der Umsatz auf 1,92 Milliarden Euro (netto 1,61 Milliarden Euro) zugelegt, das entspreche einem Plus von 1,24 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Flächenbereinigt ist dies ein leichter Rückgang um rund -0,4 Prozent.

Ende 2013 beschäftigte die Deichmann-Gruppe in Deutschland 14.630 Mitarbeiter (2012: 14.350), darunter 2.680 Auszubildende. Für 2014 plant der Händler rund 300 Neueinstellungen in Deutschland. 2014 will das Unternehmen rund 222 Millionen Euro in die internationale Infrastruktur investieren, davon rund 62 Millionen Euro in Deutschland. Schwerpunkte der Investitionen sind die Modernisierung und Erweiterung des Filialnetzes sowie Logistik und IT.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen sein Filialnetz weiter verdichten und will weltweit rund 150 Filialen neu eröffnen, 188 Geschäfte sollen modernisiert werden. In Deutschland sind 63 neue Filialen in der Planung, wobei 26 im Zuge von Standortoptimierungen geschlossen werden. Mitte Februar will Deichmann sein fünftes Distributionszentrum in Deutschland in Betrieb nehmen, das im rheinland-pfälzischen Monsheim liegt. Die Investitionssumme für das neue Logistikzentrum liegt bei rund 22 Millionen Euro.