Händler und andere Mittelständler können sich derzeit nicht beklagen: Bei fast zwei Dritteln laufen die Geschäfte gut, so die aktuelle Konjunkturumfrage des Mittelstandsverbundes. Trotzdem hat der Verband Forderungen an die Politik.

Dem Mittelstand geht es gut - zumindest noch. Das zeigt das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Mittelstandsverbunds: Rund 67 Prozent der Befragten bewerten ihre gegenwärtige wirtschaftliche Lage als "gut". An der Umfrage haben sich 58 Verbundgruppenzentralen aus 17 Branchen beteiligt. 

Unternehmen wollen investieren

Das niedrige Zinsumfeld und die damit verbundenen Konsumausgaben der Verbraucher spülen Geld in die Kassen der Befragten: Knapp 60 Prozent der Unternehmen konnten ihre Umsätze im ersten Halbjahr steigern. Für das restliche Jahr erwarten 45 Prozent der Verbundgruppen steigende Umsätze.

40 Prozent der Unternehmen wollen 2016 außerdem ihre Investitionen steigern. "Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Mittelstand erneut als stabile Säule der Wirtschaft erweist", erklärt Günter Althaus, seit Mai neuer Präsident des Mittelstandverbunds.

Stabile Rahmenbedingungen gefordert

Damit das so bleibt, fordert der Chef des Spitzenverbandes stabile Rahmenbedingungen von der Politik. "Wir leben in unsicheren Zeiten. Die Entscheidung der Briten über den EU-Austritt und die jüngsten Entwicklungen in der Türkei haben auch unmittelbar Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Deutschland", mahnt Althaus, der im Hauptberuf die Verbundgruppe ANWR führt. Es sei deshalb Aufgabe der Politik, besonnen und wohl überlegt auf die Unsicherheiten im Marktumfeld zu reagieren.

Die Erhebung wird regelmäßig unter den 310 Verbundgruppen des Mittelstandsverbunds durchgeführt, die insgesamt 230.000 mittelständische Unternehmen vertreten. Zu den befragten Einkaufs-, Marketing- und Dienstleistungskooperationen zählen beispielsweise Edeka, Rewe, Intersport, Sport2000, Expert, Mega und Bäko.