Als "Katastrophen" im mathematischen Sinne beschreibt der Soziologe Niklas Luhmann die kulturellen Umbrüche, die von der Erfindung der Schrift, des Buchdrucks und der Computerkommunikation ausgegangen sind.

Als "Katastrophen" im mathematischen Sinne beschreibt der Soziologe Niklas Luhmann die kulturellen Umbrüche, die von der Erfindung der Schrift, des Buchdrucks und der Computerkommunikation ausgegangen sind. Diese brutalen Sprünge würden es einem System ermöglichen zu überleben, wenn es eigentlich aufhören müsste zu existieren. Die moderne Computertechnik greift nach Ansicht von Luhmann die Autorität der Experten an. Fast jeder hat mittlerweile die Möglichkeit, die Aussagen von Wissenschaftlern, Journalisten, Unternehmern oder Politikern am eigenen Computer zu überprüfen.

Mit der Computerkommunikation wird die Eingabe von Daten und das Abrufen von Informationen soweit getrennt, dass keinerlei Identität mehr besteht. Wer etwas eingibt, weiß nicht, was auf der anderen Seite entnommen wird. Die Autorität der Quelle wird entbehrlich, sie wird durch Technik annulliert. Ebenso entfällt die Möglichkeit, die Absicht einer Mitteilung zu erkennen und daraus Verdacht zu nähren oder sonstige Schlüsse zu ziehen, die zur Annahme oder Ablehnung der Kommunikation führen könnten.