Der Wohnaccessoire-Anbieter Depot will bis 2014 insgesamt 500 zusätzliche Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnen. Doch die Konkurrenz schläft nicht.  

Der Spezialist für Einrichtungs-, Geschenk- und Lifestyleartikel Depot will sein Filialnetz deutlich ausweiten. "Bis zum Jahr 2014 sollen 500 Depot-Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnet werden", kündigt Christian Gries, Geschäftsführer der Gries Deco Company an.

Derzeit betreibt das Unternehmen aus Niedernberg bei Frankfurt am Main rund 200 eigene Shops und zahlreiche Shop-in-Shop-Flächen bei Karstadt, verschiedenen großen Möbelhändlern und seit Neustem auch in Baumärkten von Max Bahr.

"Ob Cocooning oder Homing, die Trendforscher haben das eigene Heim als Mittelpunkt des sozialen Lebens wiederentdeckt", urteilt Achim Weitkamp, Geschäftsführer des auf Handelsimmobilien spezialisierten Maklers Lührmann. "Gleichzeitig entwickelte sich mit den Wohnaccessoires eine ganze Einzelhandelsbranche".

Erfolgreiche Geschäfte mit dem Homing-Trend

Das Geschäft mit Kerzen, Kronleuchtern und Bettwäsche laufe hervorragend, die Filialunternehmen Butlers und Depot betreiben als Marktführer mittlerweile insgesamt rund 330 Läden in den besten Lagen der deutschen Innenstädten und Fußgängerzonen, so Weitkamp.

Die beiden vertikal aufgestellten Handelsunternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Entwurf über die Produktion bis zum Abverkauf ihrer Sortimente kontrollieren, teilen den Markt immer weiter untereinander auf, beobachtet der Makler.

Konkurrierende Konzepte wie Habitat oder Strauss konnten oder wollten dieses Tempo dagegen nicht mitgehen und haben ihre Neueröffnungsquote in den letzten Jahren zurückgefahren.

"Nur wenige deutsche Unternehmen haben in den letzten Jahren so kontinuierlich ihre Filialdichte in den besten Innenstadtlagen ausgebaut wie Butlers und Depot", sagt Weitkamp.

Dabei komme beiden auch ihre Flexibilität bei der Flächensuche zugute: "Die Ladenlokale sind modular aufgebaut und funktionieren sowohl auf einer Etage wie auch über mehrere Ebenen, und in der Provinz genauso wie in Berlin oder Hamburg".

Die Vertikalen schlagen zurück

Doch die Textilhändler, von denen Depot und Butlers das vertikale Erfolgsrezept kopierten,  schlagen nun zurück: "H&M und Inditex drängen derzeit auf den deutschen Markt für Wohnideen", sagt Achim Weitkamp.

Foto: Lührmann
Foto: Lührmann
Ende März feierte der erste Deutschland-Store des Inditex-Konzepts Zara Home in dem ehemaligen Escada-Ladenlokal auf der Frankfurter Fressgass Premiere. Die Einrichtungsgegenstände des spanischen Textilschwergewichts gibt es weltweit schon an über 250 Standorten, Deutschland war bislang jedoch nicht dabei.

Das soll sich schleunigst ändern, weitere Läden sind in Planung. Kurz darauf beginnt auch H&M in den deutschen Innenstädten mit dem Verkauf seiner Home Collection.

Ebenfalls in Frankfurt eröffnet am 14. April das nach London, Amsterdam, Stockholm, Kopenhagen, Helsinki und Oslo siebte Geschäft der H&M-Linie.

Die 150 Quadratmeter umfassende Verkaufsfläche befindet sich zwar zunächst als Shop-in-Shop-Variante im schon bestehenden H&M-Store auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil, "doch mit dieser Vertriebsform hat einst schon Depot erfolgreich begonnen", erinnert der Handelsexperte Weitkamp.