Der Wohnaccessoires-Anbieter Depot hat in Frankfurt am Main einen neuen Flagshipstore auf vier Etagen eröffnet. Das Unternehmen hat noch viel vor in Sachen Sortiment und Expansion.

Dass Einzelhandel auch heute noch in oberen Geschossen funktionieren kann, will das Wohnaccessoires-Konzept Depot in seinem neuen Flagship-Store in Frankfurt am Main unter Beweis stellen. Auf vier Etagen und insgesamt 1.000 Quadratmetern bietet der Händler seit dem heutigen Freitag seine Lifestyle- und Dekorationsartikel dort an.

"In den beiden unteren Etagen offerieren wir unser saisonal wechselndes Sortiment. Auf dem dritten und vierten Stock werden Bad- und Küchenartikel präsentiert", erläutert Vertriebsleiter Dominik Kahn. Ein Durchbruch zum benachbarten Esprit-Flagshipstore auf der Frankfurter Fußgängerzone Zeil und eine "Schnäppchenecke" im 3. Obergeschoss sollen zusätzlich für Frequenz in den oberen Etagen sorgen.

Frequenz durch Übergang zum Esprit-Store

"Esprit hat wie wir ein junges Publikum. Wir hoffen auf einen regen Austausch, müssen aber auch erst noch Erfahrungen sammeln", sagt Kahn über den Durchbruch zum Nachbarn. Auf zwei Ebenen können die Kunden direkt von Esprit zum Depot-Shop wechseln.

Künftig will Depot in seinen derzeit rund 200 Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Möbel und ein Sortiment für Kinder verkaufen. Seit Anfang 2009 ist die Schweizer Migros zu 41 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, die ihrerseits acht Möbel- und Einrichtungshäuser unter dem Namen "Interio" in der Schweiz betreibt.

In diesem Jahr eröffnete Depot insgesamt 50 neue Niederlassungen, im kommenden Jahr sollen es 60 bis 80 neue Standorte werden, wobei Kahn auch Shop-in-Shop-Flächen in Möbelhäusern hinzuzählt. Die Kooperation mit Karstadt soll fortgesetzt werden: "Wir haben mit dem Investor gesprochen, beide Seiten wollen weitermachen", sagt der 46-Jährige Handelsexperte, der vor zwei Jahren zum Unternehmen kam und zuvor 16 Jahre bei "NanuNana" beschäftigt war.

Ein Potenzial von 600 Standorten in Deutschland

Insgesamt sieht Kahn in Deutschland ein Potenzial von 600 Standorten für Depot. Ein Erfolgsgeheimnis des Konzepts aus Wohnaccessoires, Lifestyle- Dekorationsartikeln sind die schnell wechselnden Sortimente, nahezu alle zwei bis drei Wochen werden die Geschäfte umdekoriert und Artikel ausgetauscht. Jede Filiale erhält dazu Musterbücher und einen exakten Fahrplan für die Warenpräsentation auf den Tische, in den Regalen und an den Stellwänden.

Foto: Hanno Bender
Foto: Hanno Bender
"Wir haben drei Cluster - Mini-, Med- und Maxi-Filialen - die immer gleich aufgebaut sind", erläutert der Vertriebschef Kahn. "Der Einkauf weiß daher immer exakt, wieviel wir von einem bestimmten Artikel brauchen". In einer Musterfiliale am Unternehmenssitz im fränkischen Niedernberg wird das jeweilige Präsentationskonzept entworfen. Die Kundschaft besteht zu 80 Prozent aus Frauen, weiß Kahn zu berichten. 

Depot-Chef Christian Gries übernahm die Geschäftsführung der Gries Deco Company, der 51 Prozent von Depot gehören, im Jahr 2000. Er befindet sich derzeit auf Asienreise, um die Ware für das Weihnachtsgeschäft 2011 einzukaufen.