Vor genau einem Jahrhundert wurden Banknoten in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel. Im Einzelhandel ist Bargeld immer noch das dominierende Zahlverfahren, doch die Karten holen auf.

Durch eine Novelle des Bankgesetzes vom 1. Juni 1909 mussten die Reichsbanknoten gegen Ausgabe von Goldmünzen in Zahlung genommen werden, damit war der Geldschein in Deutschland erstmals offizielles, gesetzliches Zahlungsmittel. Die Geldscheine der Deutschen Reichsbank zirkulierten zwar schon seit 1876, eine Einlösung in Goldmünzen war jedoch nicht überall garantiert.

"Bargeld genießt bis heute in Deutschland hohes Vertrauen", bekräftigt Dr. Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR). "Papiergeld hat im Laufe der Jahre eine immer bedeutendere Rolle im Bargeldkreislauf eingenommen", erläutert Martin.

Anteil der Bargeldzahlungen sinkt kontinuierlich

Im Jahr 2008 wurden laut EHI Retail Institute im deutschen Einzelhandel 60,4 Prozent des Umsatzes mit Bargeld abgewickelt, das entspricht der Summe von 217 Milliarden Euro.

Der Umsatz mit Kartenzahlungen verteilt sich laut der jährlich stattfindenden Untersuchung des EHI auf Debitkarten (auch EC-Karten oder Bankkarte genannt) mit 30,1 Prozent und Kreditkarten mit 5,2 Prozent (siehe auch Grafik).

Der Anteil der Bargeldzahlungen nimmt allerdings von Jahr zu Jahr leicht ab, da immer mehr Handelsunternehmen Kartenzahlungen akzeptieren und die Verbraucher sich an den Einsatz ihrer Karten mehr und mehr gewöhnen. Im Jahr 2007 entsprach der Bargeldanteil an den deutschen Kassen noch 61,4 Prozent.

Bedeutung der Banknoten nahm erst im Laufe der Zeit zu

Vor hundert Jahren spielten Geldscheine im täglichen Gebrauch noch eine untergeordnete Rolle. Infolge des niedrigen Lebensstandards schätzten die Menschen Kleingeld. Mit der allgemeinen Akzeptanz des Papiergeldes und dem Druck von Banknoten mit niedrigerem Wert hat sich dieses Verhältnis geändert. 

So sank der wertmäßige Anteil von Münzen an der Geldmenge von sieben Prozent im Jahr 1913 auf heute 0,5 Prozent, und der Anteil an Papiergeld stieg von fünf auf 17 Prozent. 1913 entfiel im statistischen Durchschnitt auf jeden Kopf der Bevölkerung erade einmal ein Geldschein. Heute sind etwa 37 Geldscheine pro Kopf im Umlauf.