Der Skoda Octavia Combi ist längst eine feste Größe in den gewerblichen Fuhrparks. Jetzt flankiert der größere Superb Combi den Erfolg der tschechischen VW-Tochter immer stärker.

Die Einschätzung ist wissenschaftlich nicht belegt und nach ungestützten Beobachtungen auf deutschen Autobahnen zugegebenermaßen rein subjektiv: Die tschechische Volkswagentochter Skoda verdrängt immer mehr etablierte Fahrzeuganbieter aus den Firmenflotten. Auf den Hauptverkehrsadern der Republik, dort wo die Vielfahrer zumeist eilig auf der linken Spur bislang stets im VW Passat Variant, im Audi A 4 Avant oder im Dreier-BMW unterwegs waren, findet sich nun immer häufiger der Skoda Octavia Combi. Der Blick in die Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes bestätigt den Eindruck: Das meistverkaufte Modell der Marke legte im ersten Quartal 2016 erneut um 12,3 Prozent zu.

Und jetzt werden die Octavia-Erfolge immer stärker vom Superb flankiert. Der noch größere Kombi debütierte im Herbst vergangenen Jahres völlig neu gestaltet und setzt sich bereits eindrucksvoll in Szene: Plus 65,6 Prozent (!) in den ersten drei Monaten des Jahres.

Diesel, DSG und jede Menge Platz

Das erhebliche Absatzwachstum kommt nicht von ungefähr, denn das Auto verkörpert den Idealtyp eines Flottenkombis: gefälliges, unaufdringliches Design, jede Menge Platz für Menschen und Material, potente Dieselmotoren und das aus diversen Konzernmodellen bekannte Doppelkupplungsgetriebe, das dem Nutzer jede Menge Schaltarbeit abnimmt.

Die Annehmlichkeiten summieren sich insbesondere, wenn das Dienstwagenbudget noch den 2,0-Liter TDI mit 140 kW/190 PS und der automatischen Sechsgang-Schaltung zulässt. Dann liegt der Listenpreis bei wenigstens 35.590 Euro. Der Selbstzünder sorgt in allen Fahrsituationen für ausreichend Vortrieb, sprintet in nur 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht 233 km/h Höchstgeschwindigkeit.

5,7 Liter Durchschnittsverbrauch

Fast noch wichtiger ist freilich, dass der Wagen dank seiner Kraftreserven entspannt im unteren Drehzahlbereich genügsam dahinrollen kann und damit auch den Fuhrparkverwalter erfreut. Im Redaktionstest kam der Superb auf der Sparrunde zumindest in Reichweite des angegebenen Normverbrauchswertes von 4,6 Litern. Im Durchschnitt wurden 5,7 Liter fällig und selbst flotte Gangart verlangt kaum mehr als sechs Liter. Beachtliche Praxiswerte für einen Frachter mit fast zwei Kubikmetern Ladevolumen.

Fast schon wie selbstverständlich erzielt der Superb bei umgeklappten Rücksitzlehnen mit 1.950 Litern den absoluten Kombi-Bestwert. Beeindruckend ist auch die Beinfreiheit auf der Rückbank – und bei voller Besetzung stehen immer noch 660 Liter Stauraum zur Verfügung.

Navigation gut und teuer

Der „Rest“ ist wohldurchdachte Routine aus dem Volkswagen-Konzernregal. Und so besticht der Skoda durch müheloses Handling, intuitive Bedienung, zahlreiche Assistenzsysteme und das standardisierte Navigationssystem, das nach wie vor zu den praxistauglichsten im Markt zählt. Das lässt sich der Hersteller allerdings auch mit, abhängig vom Ausstattungsniveau, 1.840 oder 2.650 Euro ordentlich bezahlen.

Wie überhaupt Skoda, vor nunmehr 25 Jahren noch als Billigmarke des Konzerns neu gestartet, längst nichts mehr zu verschenken hat. Das stetige Wachstum generiert, abseits der jeweiligen Basismodelle, selbstbewusste Preise. Und so reißt der Superb Combi schnell die 40.000-Euro-Marke. Dann fehlt es dem Dienstwagennutzer aber auch wirklich an nichts mehr und er bekommt noch immer mehr Auto für sein Geld als bei den heimischen Marken. Sicher auch ein Grund für die Omnipräsenz von Skoda auf den Fernstraßen.

Bernd Nusser