Das Berliner KaDeWe setzt auf Eigenmarken: Die neue Kaufhaus-Chefin will künftig mehr Lizenzen vergeben, denkt über einen Onlineshop nach - und verteidigt die Abfindung von Ex-Arcandor-Chef Eick.

"Der Name KaDeWe bietet eine Menge Potenzial", sagte die neue KaDeWe-Chefin Ursula Vierkötter dem Berliner "Tagesspiegel". "Wir prüfen, in welchen Bereichen man als KaDeWe Lizenzen vergeben könnte." Konkret nannte Vierkötter Bekleidung und den Gourmetbereich. Auch ein Internetshop wäre eine Zukunftsoption.

"Wir entwickeln uns unter dem Strich ziemlich exakt wie der Markt, erleben also einen leichten Rückgang", umriss Vierkötter die Geschäftsentwicklung. Das KaDeWe schreibe aber schwarze Zahlen. Auch in der Krise gebe es einen Markt für Premiumprodukte: "Luxus läuft, wenn er nicht obszön, sondern werthaltig ist."

Verkauf der Karstadt-Premiumhäuser "steht nicht zur Debatte"

Das KaDeWe gehört zur Karstadt Premium Group, die ein Teil des insolventen Handelsunternehmens Arcandor ist. Ein getrennter Verkauf der Karstadt Premium Group stehe "im Moment nicht zur Debatte", betonte Vierkötter.

Die neue Geschäftsführerin will das über 100 Jahre alte Kaufhaus des Westens moderner machen. Neue Produkte sollten künftig schneller im Angebot sein. Bei der Bekleidung plant das Kaufhaus demnach wieder Flächen mit mehreren Modelabels.

Zudem werde Nachhaltigkeit der Produkte ein wichtigeres Thema: "Wir suchen kein Öko-Image, aber wir erleben bei unseren Kunden schon einen gewissen Wertewandel", formulierte es Vierkötter.

Eick-Abfindung verteidigt

Für Polemik sorgte die neue KaDeWe-Chefin, als sie im Interview mit dem "Tagesspiegel" die Abfindung von 15 Millionen Euro für den zurückgetretenen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick rechtfertigte.

"Meine ganz persönliche Meinung ist, dass Herr Eick in einer extrem schwierigen Zeit einen Job übernommen hat, den niemand haben wollte", sagte Vierkötter. Eick habe bei der Telekom einen guten Job" aufgegeben.