Die Auseinandersetzungen zwischen der Metro und den Gründungsgesellschaftern von Media-Saturn gehen in eine neue Runde. Erich Kellerhals will den Düsseldorfern nun den Geldhahn zudrehen.

Auf der Gesellschafterversammlung der Media-Saturn-Holding am kommenden Montag könnte der Cashpooling-Vertrag zwischen der Ingolstädter Elektronikkette und dem Metro-Konzern aufgekündigt werden. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise.

Bislang stellen sich die Metro-Töchter Media-Saturn, real,-, Galeria Kaufhof und Cash & Carry bei Bedarf gegenseitig Kapital aus den Tageseinnahmen zur Verfügung. Ein so genannter Cash-Pooling-Vertrag regelt Konditionen und Bedingungen. Die einzelnen Konzernsparten können sich damit wesentlich günstiger kurzfristigere Kredite und Liquidität verschaffen als es über eine Bankfinanzierung möglich wäre.

Kellerhals torpediert Metro-Chef Cordes

Bei großen Handelsunternehmen, die sich unter anderem mit Hilfe von langfristigen Zahlungszielen gegenüber ihren Lieferanten finanzieren, spielen solche Querfinanzierungsmöglichkeiten eine große Rolle.

Erich Kellerhals, Gründer und mit 21,6 Prozent Minderheitsgesellschafter der Media-Saturn-Holding, sperrt sich nun nach Informationen des Handelsblatt gegen die anstehende Verlängerung des Cash-Pooling-Vertrags. Kellerhals verfügt über eine Sperrminorität, wesentliche Entscheidungen müssen im Unternehmen laut Gesellschaftsvertrag mit einer 80 Prozent-Mehrheit verabschiedet werden.

Ein Streit um das Cash-Pooling wäre ein weiteres Kapitel in der seit Monaten öffentlich und gerichtlich geführten Auseinandersetzung zwischen dem Düsseldorfer Handelskonzern und den Gründungsgesellschaftern der Elektronikkette. Wie die Zeitung weiter mutmaßt, will Kellerhals mit seiner Stichelei wohl auch die bevorstehende Vertragsverlängerung der Metro-Vorstandsvorsitzenden Eckhard Cordes torpedieren.