Verbraucher zahlen immer noch am liebsten bar. Ab sofort können sie ihre Online-Einkäufe und Stromrechnungen in über 2.900 Rewe-Märkten begleichen.

Rund 2.900 Rewe-Märkte kooperieren mit dem Zahlungsanbieter Barzahlen.de. Damit können die Kunden dieser Märkte an den Kassen dieser Einzelhändler Ein- und Auszahlungen vom Girokonto tätigen, Telefon- oder Stromrechnungen oder den jüngsten Onlineeinkauf begleichen.

Barzahlen.de ist seit rund zwei Jahren auf dem Markt und mittlerweile laut eigenen Angaben Deutschlands größte private Zahlungsinfrastruktur. Über 9.000 stationäre Läden bieten den Dienst an, darunter dm-Drogeriemarkt, Penny. Auch der  Onlinehändler Rakuten gehört zu den Partnern.

Zahlungsübermittlung per Barcode

Die Kunden erhalten auf den Rechnungen der teilnehmenden Partner einen Barcode, mit dessen Hilfe die Transaktion an der Kasse stattfindet. Die Barcodes können auch per SMS oder App versandt werden. An der Kasse wird der Barcode gescannt und die Zahlungsbestätigung wird direkt an den Zahlungsempfänger übermittelt.

Rewe Digital ist im Juni dieses Jahres in die hinter dem Dienst stehende Cash Payment Solutions GmbH mit eingestiegen. Andere Investoren sind Alstin und BTH. Den Zahlungsdienst erbringt die Greensill Bank aus Bremen.

Kampfansage an Bankfilialen

Das junge Unternehmen greift mit seinem Zahlungsdienst das Filialnetz der etablierten Banken an, und formuliert ganz offen, man wolle mit Hilfe von Partnern aus dem Handel eine unabhängige Zahlungsinfrastruktur etablieren, "in der Kunden ihre grundlegenden Banking-Bedürfnisse erledigen können, und so Bankfilialen weitgehend überflüssig zu machen".

Die Banken scheinen die Konkurrenz gelassen zu sehen: Im September hat die Branche der Cash Payment Solutions den Digital Banking Award in der Kategorie FinTech verliehen, im Rahmen der Veranstaltung "Banken im Umbruch" des Euroforum in Kooperation mit dem Handelsblatt. Darüber hinaus schrumpfen die Finanzinstitute ihr Filialnetz schon von allein: Sparprogramme wie etwa jüngst das der Deutschen Bank sehen oft die Schließung von Niederlassungen vor.