Die Deutschen wollen mehr beim Discounter und im Web einkaufen, um ihren Lebensstandard in der Krise aufrecht zu erhalten. Andere Europäer schieben lieber Überstunden.

Europäische Verbraucher müssen ihr Konsumverhalten ändern, wenn sie ihren Lebensstandard halten möchten. Dies geht aus der aktuellen Studie „Europa Konsumbarometer 2009" der Dresdner-Cetelem Kreditbank hervor. Eine sinkende Kaufkraft verlangt nach neuen Einkaufsstrategien, die je nach Region verschieden ausfallen.

„Während deutsche Konsumenten am liebsten im Discounter sparen, um sich an anderer Stelle teure Produkte leisten zu können, möchten Serben und Russen eher Überstunden machen", beschreibt Dr. Anja Welsch, Bereichsleitung Sales Support & Marketing der Dresdner-Cetelem Kreditbank die verschiedenen Taktiken. „Verallgemeinert lässt sich jedoch eher die Tendenz zu einem hybriden Einkaufsverhalten feststellen, ganz nach dem Motto 'Aldi et Audi'."

Ausgaben einschränken und bei Billiganbietern kaufen oder buchen

Neun von zehn Europäern würden in erster Linie ihre Ausgaben in Bereichen einschränken, die ihnen weniger wichtig sind, um ihr Konsumniveau an anderer Stelle halten zu können. Für acht von zehn Europäern und sogar 94 Prozent der Deutschen steht der Einkauf im Discounter auf Platz zwei der beliebtesten Sparstrategien.

So wollen die Europäer sparen.
So wollen die Europäer sparen.
Es folgen die Nutzung von Billiganbietern im Transport- und Freizeitbereich (76 Prozent) vor dem Kauf über das Internet (67 Prozent). Mit Ausnahme der Deutschen: Sie bevorzugen die Schnäppchenjagd im Netz (84 Prozent) vor Inanspruchnahme der Dienstleistungen der Billiganbieter (78 Prozent).

Russen und Serben würden in erster Linie mehr arbeiten, um die eigene Kaufkraft etwas anzukurbeln. In diesen beiden Ländern wären zudem doppelt so viele Menschen dazu bereit, für eine Steigerung ihrer Kaufkraft einen Konsumentenkredit aufzunehmen. Europaweit setzt jeder Fünfte auf diese Lösung, in Deutschland kommt die Steigerung der Kaufkraft via Konsumentenkredit für mehr als jeden Achten in Betracht.