Für weniger als 100.000 Pkw steht noch eine Abwrackprämie zur Verfügung. Höchstens zwei Wochen reicht das Staatsgeld zum Verschrotten noch, schätzt das zuständige Bundesamt.

Noch vor der Bundestagswahl werden die fünf Milliarden Euro, die die Bundesregierung für die Abwrackprämie bereit gestellt hat, aller Voraussicht nach aufgebraucht sein. "Die Zahl der noch möglichen Anträge auf die Umweltprämie neigt sich dem Ende zu", schreibt das für die Vergabe zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Für 94.998 Anträge stand am gestrigen Donnerstag, 14:00 Uhr, noch Geld zur Verfügung. An diesem Wochenende rechnet die Behörde mit einer Antragsflut. "Das Ende ist absehbar. Ob in der nächsten oder übernächsten Woche, steht noch nicht fest", sagte ein Bafa-Sprecher. Eine zweite Verlängerung oder Alternativen zu dem umstrittenen Kaufanreiz für die Autobranche soll es nach Verlautbarungen der Bundesregierung nicht mehr geben.

Katerstimmung macht sich breit, 90.000 Stellen gefährdet

Schon vor dem Ende des großen Booms macht sich bereits Katerstimmung breit. In einer Studie prognostiziert die Unternehmensberatung Roland Berger einen Kahlschlag in der Autobranche, dem 90.000 Arbeitsstellen zum Opfer fallen sollen, wie die Zeitung "Die Welt" berichtet.

Jedem zweiten Autohändler drohe die Pleite, allein im Handel seien 30.000 Jobs bedroht. Wie ein Bumerang komme die Abwrackprämie in den kommenden Monaten auf den Autohandel zurück, so die Berater.

Deutsche Hersteller profitieren vom Verschrotten

Umstritten ist auch, welche Hersteller von der "Umweltprämie" profitieren. Während das Statistische Bundesamt vor Kurzem Zahlen präsentierte, die den Eindruck erweckten vor allem ausländische Hersteller würden von der Abwrackprämie profitieren, interpretiert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) die Absatzzahlen anders.

"Seit Monaten zeigt sich, dass ein großer Teil der Neu- und Jahreswagenzulassungen im Zusammenhang mit dem Förderprogramm auf deutsche Hersteller entfällt", heißt es vom Bafa. Rechne man die konzerneigenen Hersteller hinzu, falle dieser Anteil noch deutlich größer aus.

Starker Zuwachs an Neuzulassungen

Grafik: derhandel.de
Grafik: derhandel.de
Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Neuzulassungen im Bundesgebiet zu Beginn des Jahres 2009 gegenüber 2008 stärker (22,8 Prozent) als der Umsatzzuwachs bei den Autohändlern (4,7 Prozent) im gleichen Zeitraum. Dies betreffe jedoch in- und ausländische Hersteller gleichermaßen.

Die Schlussfolgerung von Destatis, wonach der deutliche Unterschied zwischen den Zuwächsen in dem hohen Anteil günstiger Kleinwagen begründet liegt, erscheine laut Bafa zwar zutreffend, daraus folge aber nicht, dass ausländische Hersteller mit vermeintlich hohem Kleinwagenanteil besonders profitiert hätten.

Im Gegenteil: Bei der hersteller- und typengenauen Auswertung des Bafa führen die Zulassungszahlen der Kleinwagen deutscher oder mit deutschen Konzernen verbundener Hersteller die Statistik an - Volkswagen allen voran (siehe auch Tabelle).