2014 bringt zahlreiche Transporter-Neuheiten von sämtlichen Herstellern. Opel hat mit dem Vivaro große Pläne.

Es ist das Jahr der Transporter-Neuheiten. Wenn am 25. September die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge auf dem Messegelände in Hannover ihre Tore öffnet, rollen praktisch alle relevanten Hersteller ihre neusten Kreationen ins Rampenlicht.

Mercedes-Benz kündigt den neuen Vito an, Ford komplettiert aktuell seine Transit-Baureihe, Fiat hat den Ducato überarbeitet, ebenso Peugeot seinen Boxer und Citroen den Jumper. Auch der Iveco Daily geht in die nächste Runde. Und seit 13 Jahren gibt es den Trafic von Renault - nun stellen die Franzosen ein neues Modell vor.

Da will Opel natürlich nicht nachstehen und hält dank der fortwährenden Kooperation mit Renault mit dem neuen, wieder größtenteils baugleichen Vivaro dagegen. Seit Anfang des Monats nehmen die auf das Segment spezialisierten 340 Händler Bestellungen für das Nachfolgemodell entgegen. Die Auslieferung an die Kunden startet pünktlich zur Leitmesse im September. Die Preise beginnen bei 23.590 Euro für den Kastenwagen mit kurzem Radstand und 66 kW/90 PS-Dieselmotor.

Dieselantriebe in vier Leistungsstufen

Anfassen durfte man Opels ganzen Transporterstolz schon mal anlässlich der regional bedeutsamen Nutzfahrzeugmesse Ende April in Birmingham. Jetzt luden die Rüsselsheimer auch zur ersten Probefahrt. Und da verdiente sich das französisch-deutsche Gemeinschaftswerk tatsächlich die Vorschusslorbeeren.

Die Dieselantriebe in vier Leistungsstufen mit 66 kW/90 PS, 85 kW/115 PS, 88 kW/120 PS und 103 kW/140 PS gehen durchweg ausgesprochen leise und potent zu Werke. Start/Stopp-Funktion ist serienmäßig an Bord. Das spart im innerstädtischen Lieferverkehr Kraftstoff.

Viele Optionen aus dem Pkw-Bereich

Foto: Opel
Foto: Opel
Doch nicht nur die Verbrauchswerte, sondern auch die Einrichtung des Fahrerhauses ist mit der neuen Generation deutlich näher an das Pkw-Niveau herangerückt. Insgesamt stehen im Cockpit 75 Liter Stauraum für die Utensilien des täglichen Arbeitslebens zur Verfügung. Optional ist der mittlere Sitz umklappbar und dient so als "Bürotisch" für Frachtbriefe oder das Laptop. Rückfahrkamera, schlüsselloses Zugangssystem, Tempomat und die Überwachung des toten Winkels unterstützen das fahrende Personal auf Wunsch.

Und die Verbesserungsmaßnahmen dienen nicht nur dem Fahrer, sondern auch der Fracht. Der Laderaum wuchs um entscheidende zehn Zentimeter. Damit können jetzt nämlich drei Euro-Paletten und Gegenstände mit maximal 2,94 Meter Länge, bei Order der Durchlademöglichkeit in der Trennwand sogar bis zu 4,15 Meter eingeladen werden.

Verlängerte Wartungsintervalle

Zwei Fahrzeuglängen und zwei Dachhöhen stehen zur Wahl, voraus sich Laderäume mit 5,2 und bis zu 8,6 Kubikmeter Volumen ergeben. Auch mit Blick auf die Gesamtkosten über die Laufzeit sieht sich Opel gut aufgestellt. Die Wartungsintervalle wurden auf zwei Jahre oder 40.000 Kilometer verlängert.

"Der Vivaro ist das Herzstück unserer Transporter-Offensive", macht Steffen Raschig deutlich. Der ehemalige Chevrolet-Deutschland-Geschäftsführer rückte in Rüsselsheim gerade erst auf die neu geschaffene Direktorenposition und übernahm die Verantwortung für die Opel-Nutzfahrzeugsparte. Die soll, wie Vertriebsvorstand Peter Christian Küspert im Interview mit Der Handel bekräftigte, bis 2022 um satte 80 Prozent auf 150.000 Zulassungen pro Jahr wachsen soll.

Bernd Nusser