Die Deutsche Bank gewinnt 30.000 Firmenkunden hinzu und weitet das Kreditvolumen um elf Prozent aus. Auch künftig stehe genügend Liquidität zur Verfügung, betont Deutschland-Chef Jürgen Fitschen. 

Obwohl die Deutsche Bank auf Geld und Garantien aus dem Rettungspaket der Bundesregierung verzichtet, besitzt der Primus der Bankenbranche genügend Kapital für die Kreditvergabe an mittelständische Kunden.

"Wir haben unsere Kreditengagements in den vergangenen zwölf Monaten um 11 Prozent auf rund 40 Milliarden Euro ausgeweitet", sagte Deutschland-Chef Jürgen Fitschen am heutigen Montag. "Weitere elf Milliarden Euro an nicht abgerufenen Mitteln stehen uns für das Neugeschäft und Neukunden zur Verfügung." Von einer Kreditklemme könne keine Rede sein.

Eine Millionen Firmenkunden bis 2010 als Zielmarke

Das Institut konnte in diesem Jahr 30.000 Firmenkunden hinzugewinnen. Insgesamt betreut die Deutsche Bank damit aktuell rund 930.000 Unternehmen. Als Zielmarke gab Fitschen bereits im vergangenen Jahr eine Millionen Firmenkunden bis zum Jahr 2010 vor. "An diesen Plänen halten wir auch fest", betonte der Bankmanager. "Das Geschäftsfeld ist ertragreich und stellt uns zufrieden."

Bei der Kundengewinnung könne das Institut von den derzeitigen Umbrüche in der internationalen und deutschen Finanzlandschaft profitieren - vom Rückzug ausländischer Institute aus dem deutschen Markt über die Fusion von Commerzbank und Dresdener Bank bis hin zu den Turbulenzen bei den Landesbanken. "Viele Unternehmen überprüfen derzeit ihre Bankbeziehungen und stellen sich strategisch neu auf", erläuterte Fitschen.

Schwierigkeiten bei alternativen Finanzierungsinstrumenten

Bei alternativen Finanzierungsinstrumenten wie etwa Mezzanine-Kapital und Schuldschein-Darlehen räumte der Bankmanager allerdings Schwierigkeiten aufgrund der aktuellen Krise ein: "Der Verbriefungsmarkt ist tot. Es wird 12 bis 18 Monate dauern, bis sich diese Situation wieder entspannt". Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit Verbriefungen von faulen Krediten in den Vereinigten Staaten, sei es auch für deutsche Banken derzeit nicht möglich, gesunde Kreditportfolios am Kapitalmarkt zu platzieren."

Foto: Deutsche Bank AG
Foto: Deutsche Bank AG
In Gesprächen mit der KfW Bankengruppe und anderen Instituten arbeite man jedoch daran, diesen Markt gemeinsam wieder zu beleben. "Alle Beteiligten haben ein großes Interesse hieran. Denn für den deutschen Mittelstand ist es sehr wichtig, sich über diese Finanzierungsinstrumente zu günstigen Konditionen mit Kapital versorgen zu können."

Wenn es den Banken auf Dauer nicht gelänge, neue Mezzanine-Programme oder Schuldschein-Darlehen am Kapitalmarkt zu platzieren, müssten sie das Risiko der Kreditvergabe wieder in die eignen Bilanzen nehmen, was mit einer deutlichen Verteuerung der Fremdkapitalkosten für die Unternehmen verbunden sei.

Kreditkosten werden steigen, aber moderat

Bislang sei es der Deutschen Bank nicht gelungen, die gestiegenen Refinanzierungskosten in die Kreditkonditionen einzupreisen. "Auf absehbare Zeit ändert sich dies jedoch hoffentlich bald", sagte Fitschen.

Die Zinsen würden aber sicherlich nicht in einem solchen Umfang steigen, dass die Kreditversorgung des deutschen Mittelstandes gefährdet sei, versicherte Fitschen, der Mitglied des Group Executive Committe der Deutschen Bank ist und das Deutschland-Geschäft verantwortet.