Mit der Gründung der Deutsche Card Services GmbH will der Bankenprimus im Geschäft mit Kredit- und Debitkarten mitmischen.

Die Deutsche Bank baut ihre Angebotspalette im Cash-Management weiter aus: Vom 1. Oktober an bietet die Bank ihren Firmenkunden europaweit auch die Akzeptanz und Abwicklung von Kredit- und Debitkartentransaktionen, das so genannte „Merchant Acquiring”, an.

Wachsende Nachfrage nach europäischen Lösungen

Zu diesem Zweck wurde die Deutsche Card Services GmbH mit Sitz in Frankfurt gegründet. „Mit der Deutschen Card Services kommen wir der zunehmend wachsenden Nachfrage nach pan-europäischen Zahlungsverkehrslösungen im Kartenbereich entgegen”, erläutert Werner Steinmüller, Leiter des Bereichs Global Transaction Banking.

Die Deutsche Card Services startet auf der Plattform der Pago eTransaction Services GmbH („Pago”), einem der wichtigsten Abwickler von kartenbasierten Zahlungen im Internet. Für zahlreiche Unternehmen aus dem E-Commerce-Bereich, Versandhändler und stationäre Händler wickelt Pago den elektronischen Zahlungsverkehr mit Endkunden ab.

Pago zu 100 Prozent übernommen

Das Unternehmen war 1999 als Joint Venture zwischen der Deutschen Bank und der Beisheim Holding Schweiz (BHS), einem Beteiligungsunternehmen des Metro-Gründers Otto Beisheim, gegründet worden. Die Deutschen Card Services GmbH hat nun sämtliche Anteile der BHS an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen vollständig übernommen.

Die Deutsche Bank hat „im Einvernehmen” mit der BHS die Mitarbeiter sowie die technische Infrastruktur der Pago übernommen, heißt es in einer Erklärung des Kreditinstituts.

Strategisch für das SEPA-Zeitalter neu positioniert

Mit der Gründung der Deutschen Card Service und der Übernahme von Pago stellt sich die Deutsche Bank im Geschäftsfeld Kartenzahlungen strategisch völlig neu auf. Auf dem Weg zur Single Euro Payments Area (SEPA) will die Bank international tätigen Kunden im Cashmanagement auch europaweite Lösungen bei der Akzeptanz und Abwicklung von Kredit- und Debitkarten offerieren.

Da der Brancheprimus zudem einer der Protagonisten des geplanten pan-europäischen Debitverfahrens „Monnet” ist, erwarten Beobachter noch eine Reihe von weiteren Aktivitäten der Frankfurter im Kartengeschäft.

„Ein neuer, mächtiger Spieler sitzt künftig mit am Pokertisch, wenn um Konditionen und Gebühren gefeilscht wird”, kommentiert ein Karteexperte aus dem Einzelhandel die Gründung der Deutschen Card Services. „Im Zuge der Single Euro Payments Area wird das Kartengeschäft für die Bank offenbar wieder ein bedeutender Geschäftszweig.”