Wissenschaftler der Fachhochschule Osnabrück haben den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in deutschen Krankenhäusern untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Einrichtungen noch weit von der vernetzten High-Tech-Klinik entfernt sind.

Wissenschaftler der Fachhochschule Osnabrück haben den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in deutschen Krankenhäusern untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Einrichtungen noch weit von der vernetzten High-Tech-Klinik entfernt sind. Beim Übergang eines Patienten von einer Versorgungseinrichtung in die nächste erfolgt der Datenaustausch zum Großteil noch in Papierform. In Vergleich zu den Vorjahren sei aber ein positiver Trend erkennbar, ergab die Studie. Immer mehr Einrichtungen nutzen die neuen Technologien - sowohl im administrativen als auch im klinischen Bereich.

Die Forscher fanden heraus, dass die Kooperation der Krankenhäuser mit verschiedenen Gesundheitseinrichtungen wie Rehakliniken, Ärzten und Apotheken immer besser funktioniert. Während die befragten Krankenhäuser zum Anfang des letzten Jahres nur 643 derartige Verträge abgeschlossen hatten, waren es zum Jahresende 2005 schon dreimal so viel.

"Man würde vermuten, dass der Zusammenschluss von Einrichtungen dazu führt, dass Partner vermehrt über elektronische Medien miteinander kommunizieren", bemerkt Ursula Hübner, Leiterin der Studie. Die Forscher konnten diese These in ihrer Studie jedoch nicht bestätigen. Bei 57 Prozent der abgeschlossenen Verträge erfolgt der Datenaustausch der einzelnen Institutionen auf Papierbasis, bei 26 Prozent sowohl in elektronischer als auch in herkömmlicher Papierform und nur bei 17 Prozent rein elektronisch. Ob dies auf Anlaufschwierigkeiten mit der neuen Technologie zurückzuführen ist oder ob die Krankenhäuser die Bedeutung von IuK einfach nicht erkannt haben, wollen die Forscher noch herausfinden.

Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler 335 Krankenhäuser in ganz Deutschland. Nur acht Prozent der Kliniken setzen derzeit eine Elektronische Patientenakte (EPA) ein. 33,6 Prozent haben begonnen, ein solches Verzeichnis einzuführen und 36 Prozent gaben an, sich damit noch gar nicht zu beschäftigen. Eine EPA speichert sämtliche Daten eines Patienten und ermöglicht den Abruf der Befunde rund um die Uhr. Die Datenbank spart den Patienten unnötige Mehrfachuntersuchungen und kann im Notfall Leben retten, da Eckdaten wie Laborwerte und Blutgruppenzugehörigkeit innerhalb von Sekunden zur Verfügung stehen. (KC)