Die Deutsche Leasing steigert das Neugeschäft um 15 Prozent und will auch im kommenden Geschäftsjahr wachsen. Die Restwerte für KfZ-Rückläufer müssen allerdings nach unten korrigiert werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 (Stichtag: 30. September) konnte die Deutsche Leasing Gruppe ihr Neugeschäft von 7,8 Milliarden auf 9 Milliarden Euro steigern, das bedeutet ein Puls von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In Deutschland wuchs das Neugeschäft der zur Sparkassen Finanzgruppe gehörenden Leasinggesellschaft im selben Zeitraum um elf Prozent. "Wir liegen damit insgesamt 500 Millionen Euro über unseren eigenen Plänen", bilanzierte Hans-Michael Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing, auf der Jahrespressekonferenz am Montag in Frankfurt am Main.

Leasingbranche ist der größte Investitionsfinanzierer

Mit einem Anteil von insgesamt 54 Prozent an den außenfinanzierten Investitionen im Jahr 2008 habe Leasing dem klassischen Betriebsmittelkredit endgültig den ersten Rang als Finanzierungsinstrument für gewerbliche Investitionen abgelaufen.

Freilich hinterlässt die Finanzmarktkrise auch im Leasingmarkt Spuren: "Auch für uns ist die Welt nach dem 15. September nicht mehr dieselbe", nahm Heitmüller Bezug auf das Datum der Lehman-Insolvenz. Die Refinanzierung sei erheblich teurer geworden, aber auch die Liquiditätsreserven würden mancherorts schrumpfen. Angesichts der schmalen Marge in den vergangenen Jahren, müssten die gestiegenen Kosten auch an Kunden weitergegeben werden.

Wachstumsperspektiven trotz Krisenszenario

Trotz der eingetrübten konjunkturelle Aussichten, plant die Deutsche Leasing auch im angelaufenen Geschäftsjahr ein Neugeschäftszuwachs um vier Prozent. "Leasing profitiert von unsicheren Zeiten", erläuterte Heitmüller das ambitionierte Ziel. "Schon bei den Krisen nach dem 11. September 2001 und dem Zusammenbruch des Neuen Marktes hat sich dies gezeigt".

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei die Flexibilität und Bilanzneutralität von Leasingfinanzierungen bei den Unternehmen besonders gefragt. Das Neugeschäft in den ersten beiden Monaten des angelaufenen Geschäftsjahrs (Oktober und November) sei um drei Prozent im Vorjahresvergleich gewachsen. "Es kommen derzeit insbesondere große Mittelständler zu uns, deren Kreditlinien von den Geschäftsbanken zusammengestrichen wurden", berichtete der Vorstandsvorsitzende des Marktführers im herstellerunabhängigen Mobilienleasing. 

Schwierigkeiten bei der Vermarktung von KfZ-Rückläufern

Mit Blick auf das KfZ-Leasinggeschäft, das rund die Hälfte des gesamten Leasingmarktes in Deutschland und rund ein Viertel des Geschäfts der Deutschen Leasing ausmacht, sprach Heitmüller von notwendigen Korrekturen bei den Restwerten, die für Leasingrückläufer kalkuliert werden.

"Schon 2005 haben wir uns von der EurotaxSchwacke-Liste verabschiedet, weil die Preise am Markt nicht mehr durchsetzbar sind", erläutert der DL-Vorstandschef. "Eine erneute Anpassung nach unten ist nun notwendig." Betroffen von den Korrekturen sind auch die vier großen Premiumhersteller, die rund 70 Prozent des KfZ-Portfolios der Deutschen Leasing ausmachen.

Allein in den vergangenen zwölf Monaten seien die erzielbaren Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt um fünf Prozent gesunken, was im Schnitt 550 Euro pro Fahrzeug entspricht. Aufgrund der unsicheren Aussichten und ungünstigen Prognosen werde man die Restwerte ab 1. Januar 2009 nochmals im Schnitt um zwei Prozent der Unverbindlichen Preisempfehlung (UPE) absenken, kündigte Heitmüller an. Die Autobanken könne diese Entwicklung in Schwierigkeiten bringen, zumal auch sie mit den drastisch gestiegenen Refinanzierungskosten konfrontiert sein.

"Geld ist wahnsinnig teuer geworden", kommentierte Heitmüller die aktuelle Refinanzierungssitutaion mit deutlichen Worten. "Was man früher für 30 oder 40 Basispunkte bekommen hat, dafür werden heute 100 oder weit mehr verlangt, wenn es überhaupt einen Preis gibt. Der Markt ist verrückt".