Die deutschen Führungskräfte gehen zaudernd und zögernd an den elektronischen Geschäftsverkehr heran, obwohl sie in den Firmen die technischen Voraussetzungen für E-Commerce geschaffen haben.

Die deutschen Führungskräfte gehen zaudernd und zögernd an den elektronischen Geschäftsverkehr heran, obwohl sie in den Firmen die technischen Voraussetzungen für E-Commerce geschaffen haben. Das ist die Kernaussage einer europaweiten Untersuchung der auf E-Business spezialisierten Beratungs-, Software-Entwicklungs- und Systemintegrations-Gesellschaft CMG.

In dem mittlerweile dritten europäischen E-Commerce-Index von CMG ("CMG e.COM index") wird untersucht, wie gut die Wirtschaft in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden auf das Internet-Geschäft vorbereitet ist. Demnach erwarten nur etwa ein Drittel der von CMG befragten deutschen Topmanager, dass der Online-Handel in absehbarer Zeit mit 25% oder mehr zum Umsatz ihrer Unternehmen beiträgt. Ihre Kollegen in den anderen Ländern Europas sind deutlich optimistischer: Dort gehen beinahe zwei Drittel der Manager davon aus, innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens ein Viertel des Firmenumsatzes im elektronischen Geschäftsverkehr einzuspielen.

Ein Viertel der deutschen Topmanager erwarten für die nächsten zwölf Monate keine wesentlichen Zuwächse im Online-Handel. Mehr als die Hälfte ist überzeugt, dass Electronic Commerce in den nächsten fünf Jahren keine wesentliche Rolle für ihr Geschäft spielen wird. Im europäischen Durchschnitt der anderen Länder wird diese Einschätzung nicht einmal von einem Fünftel (Zwölf-Monats-Zeitraum) bzw. weniger als einem Drittel der Führungskräfte (Fünf-Jahres-Zeitraum) geteilt. Fast 20% der deutschen Manager messen dem Online-Geschäft selbst langfristig keine Bedeutung bei. Sie sind damit doppelt so pessimistisch wie ihre ausländischen Kollegen: Außerhalb Deutschlands sind nur 10% der Firmenlenker derart negativ eingestellt.

Die Ergebnisse des "CMG e.COM index" sind laut CMG um so erstaunlicher, als fast drei Viertel der Unternehmen in Deutschland nach eigenem Bekunden technisch ausreichend auf die Online-Welt vorbereitet ist. In dieser Hinsicht sind sie ihren Wettbewerbern in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden klar überlegen: In den Nachbarländern stufen weniger als 60% der kontaktierten Führungskräfte ihre Firmen als "technisch fit" für das Internet-Geschäft ein. Über ein Drittel der europäischen Nachbarn sieht technischen Nachholbedarf.

Die Gründe für das Zögern und Zaudern in Deutschland werden im CMG e.COM index folgendermaßen beschrieben: Die deutschen Führungskräfte haben Angst, mit den Aktivitäten in der "New Economy" ihr eigenes bestehendes Geschäft in der "Old Economy" zu kannibalisieren. Beinahe zwei Drittel der Topmanager erwarten, dass der Online-Umsatz ganz oder zumindest mehrheitlich zu Lasten der bisherigen Vertriebswege geht. Ganz anders sehen das die europäischen Nachbarn: Dort stufen fast 60% der Führungskräfte das Internet als Quelle für neue Umsatzströme ein.

Trotz der guten Voraussetzungen sind die deutschen Manager laut CMG offenbar uneinig darüber, was es in der "New Economy" überhaupt zu gewinnen gibt. Ein Viertel fürchtet sich vor den notwendigen Investitionen in E-Commerce, ein Fünftel stuft den Amortisationszeitraum für die Investitionen als zu langfristig ein. Die deutschen Führungskräfte sind damit deutlich zurückhaltender als ihre europäischen Kollegen: In den anderen Ländern scheuen über 85% der Firmen nicht die Investitionen, mehr als 90% halten die Amortisation innerhalb eines akzeptablen Zeitraums für gewährleistet. Allerdings haben zwei Drittel der britischen, französischen und niederländischen Unternehmen eigenem Bekunden zufolge eine festgelegte Strategie für Electronic Commerce. Deutschland hinkt hier mit 60% "Strategie-Quote" hinterher. (st)


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CMG ist mit über 8.650 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz 1999 von rund 1,8 Mrd. DM laut eigenen Angaben eines der führenden europäischen Unternehmen auf dem Gebiet des E-Business und der Informationstechnologie. Schwerpunkte bilden die Managementberatung, die Software-und Systementwicklung sowie Integration und Dienstleistungen für Electronic Commerce, Intranet, Extranet, Multimedia-Netze, Call Center, Embedded-Systeme und weitere "Advanced Technologies". Darüber hinaus bietet CMG Outsourcing-Dienstleistungen an.
CMG ist mit eigenen Niederlassungen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, den USA, Singapur und China präsent. Projekte werden weltweit derzeit in über 40 Ländern durchgeführt.


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