Trotz steigender Preise und Gesundheitskampagnen: Bei den Verbrauchern steigt die Lust auf Tabak. Die Branche beklagt allerdings finanzielle Einbußen infolge von Schmuggel.

Die Zahl der verkauften Zigaretten sei im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um eine Milliarde auf 45 Milliarden Stück gestiegen, teilte der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie mit.

Zuvor war die Zahl der verkauften Zigaretten seit 2002 um insgesamt fast 40 Prozent auf 88 Milliarden Stück im vergangenen Jahr stetig gesunken. Auch der gesamte Tabakmarkt legte zu: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 300 Millionen Euro auf 11,6 Milliarden Euro.

"Kein Kavaliersdelikt"

Ein "erhebliches Problem" für den deutschen Markt seien Grenzkäufe und Schmuggelzigaretten, sagte Marianne Tritz, Geschäftsführerin des Deutschen Zigarettenhandels. Im vergangenen Jahr seien zu den 88 Milliarden versteuerten Zigaretten laut einer Studie weitere 23 Milliarden nichtversteuerte Zigaretten gekommen - 12,2 Milliarden aus legalen Grenzkäufen und 10,8 Milliarden illegal.

"Zigarettenschmuggel ist kein Kavaliersdelikt", sagte Patrick Engels, Vorsitzender des Tabakforums. Er forderte ein strikteres Durchgreifen. "Das Strafmaß beim Zigarettenschmuggel ist geringer als beim Drogenschmuggel, doch ist er zum Teil um einiges profitabler."

Fachmesse "Inter-tabac"

In den Dortmunder Westfalenhallen begann am Freitag die Fachmesse "Inter-tabac". Die Messe endet am Sonntag. Die "Inter-tabac" ist nach Angaben der Westfalenhallen die weltweit größte Fachmesse zum Thema Tabakwaren.

Insgesamt 256 Unternehmen aus 29 Nationen stellen Neuheiten zu Zigaretten, Zigarren sowie Feinschnitt- und Pfeifentabak vor.