In der Wirtschaftskrise sind die Deutschen die Optimisten unter den Europäern. Die Folge: Die Verbraucher wollen zu Weihnachten wieder etwas mehr Geld ausgeben. Das zeigt eine neue Studie

Das Weihnachtsbudget der Deutschen ist in diesem Jahr größer als im Vorjahr. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten wollen sie durchschnittlich 449 Euro für Geschenke, Festessen und zusätzliche soziale Aktivitäten ausgeben - 4,3 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die an diesem Dienstag in Düsseldorf vorgestellt wurde.

Deloitte hatte im September rund 1.700 Erwachsene befragt, europaweit waren es 16.000 Verbraucher in 17 Ländern. Die Erkenntnis: Anders als im übrigen Europa geben sich die Deutschen vergleichsweise optimistisch bei ihrer persönlichen wirtschaftlichen Entwicklung.

Bücher für Erwachsene, Videospiele für Kinder

"Mit 53 Prozent glauben deutlich mehr Deutsche an eine stabile Wirtschaftsentwicklung als der europäische Durchschnitt mit 27 Prozent", erklärt Peter Thormann von Deloitte.

Allerdings hat sich der Anteil der Optimisten gegenüber dem letzten Jahr verringert: Je knapp ein Drittel der Befragten verfügt entweder über weniger Kaufkraft als 2010 oder geht davon aus, dass diese kurz- und mittelfristig sinken wird.

Ein Fünftel der Deutschen verfügt demnach 2011 über ein größeres Weihnachtsbudget als vor Jahresfrist, 38 Prozent geben als Grund ein insgesamt höheres Einkommen an.

Wenn gespart werden soll, dann lieber im Freizeitbereich und im Haushalt als etwa bei der Gesundheit. Aber auch bei der Bildung geben sich die Deutschen sparwillig.

Deutsche kaufen gerne im Web

Die beliebtesten Weihnachtsgeschenke sind einmal mehr Bücher und Pflege- oder Kosmetikartikel. Danach folgen Gutscheine, die im Vorjahr noch die Geschenkeliste angeführt hatten. Bei Geschenken für Kinder liegt der Schwerpunkt auf ihrem pädagogischen Wert, Jugendliche dürfen sich vor allem auf Videospiele freuen.

Im europäischen Vergleich kaufen die Deutschen häufiger im Internet. Mobile Commerce haben erst knappe 20 Prozent der Deutschen in Anspruch genommen. Aber sie wollen es zunehmend nutzen, auch um soziales und produktspezifischen Informationsbedürfnisse (Ausschluss von Kinderarbeit) einfach zu beziehen.