Geld ausgeben, als gäbe es kein Morgen. So ist die Konsumstimmung unter den Verbrauchern. 2013 wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Nur die Einzelhandelsbranche fragt sich: Und was haben wir davon?

Sparen lohnt schon lange nicht mehr, es gibt kaum noch Zinsen. Also? Geben die Deutschen ihr Geld aus. Die privaten Konsumausgaben stiegen im Jahr 2013 auf 1,57 Billionen Euro, hat das Statistische Bundesamt berechnet. Nominal betrachtet waren das 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr - und 31,6 Prozent mehr als im Jahr 2000. Preisbereinigt (real) erhöhten sich die Ausgaben im Vergleich zu 2012 um 0,9 Prozent und zu 2000 um 9,1 Prozent.

Freilich hat der Einzelhandel nicht viel von dieser Kauflaune. Denn fast ein Viertel der Konsumausgaben wurden laut Destatis für Wohn- und Wohnnebenkosten verwendet (24,4 Prozent). Für Verkehr wurden 13,4 Prozent und für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 12 Prozent aufgewendet.

Investiert wird in Dienstleistungen und Erlebnisse

Auch die GfK hatte vor einigen Tagen die anhaltende Ausgabefreudigkeit der Deutschen bestätigt. Das Geld sitze weiter locker, erläuterte die GfK. "Niedrige Zinsen, eine stabile Beschäftigungslage sowie steigende Einkommen sorgen derzeit dafür, dass die Konsumenten eher zu größeren Anschaffungen tendieren als das Geld gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu tragen."

Die Nürnberger Konsumforscher stellten ebenfalls fest, dass der Einzelhandel nicht von der guten Stimmung unter den Verbrauchern profitiert. Die Deutschen geben ihr Geld vermehrt für Dienstleistungen und Erlebnisse aus, wie Konsumforscher Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur dpa erläuterte. Dies habe man etwa im Weihnachtsgeschäft gesehen, als der Konsumklimaindex auf dem höchsten Wert seit gut sechs Jahren war - der Handel aber über schlechte Geschäfte klagte.