Mag die Gewerkschaft Verdi gerade gegen Aldi Nord klagen. Bei den Verbrauchern ist der Discounter hochbeliebt.

"Nicht nur das Preisniveau von Aldi halten die Kunden für extrem günstig, auch die Qualität der meisten Sortimente wird von ihnen als überdurchschnittlich hoch eingeschätzt", sagt Eckhard Gabersek, Forschungsleiter bei TNS-Infratest, das zusammen mit der Unternehmensberatung KPMG und dem Handelsblatt das Einkaufsverhalten der Deutschen untersucht hat.

Überraschend landete in der Tabelle der beliebtesten Lebensmittelmärkte der große Aldi-Konkurrent Lidl nur auf Rang fünf. Die Kunden monierten beim Discounter aus Neckarsulm das Sortiment bei Tiefkühlkost, Süßwaren sowie Molkerei- und Fertigprodukten. Die 1.000 befragten Verbraucher stuften Aldis Produktqualität grundsätzlich höher ein als bei Lidl.

Wettbewerbsvorteil nie abgegeben

Platz zwei des Rankings ging an Edeka, gefolgt von Kaufland und Rewe. "Trotz der Erstarkung der Supermärkte hat Aldi seinen Wettbewerbsvorteil nie abgegeben", betont KPMG-Handelsexperte Johannes Siemes.

Allerdings gibt es auch Kritik am Discounter, denn eine große Anzahl an Stammkunden (12 Prozent der Befragten) ist nicht immer zufrieden mit dem Warenangebot bei Aldi (66 Prozent Zufriedenheit). Hier liegen Edeka und Kaufland besser (70 Prozent Zufriedenheit). Ein schlechtes Ergebnis erzielte in dieser Kategorie Rewe - nur 63 Prozent der Kunden sind zufrieden mit dem Angebot.

Reparation am Image

Diese Auswertung kommt Aldi wie gerufen, um das angeschlagene Image aufzupolieren. Mitte August hat die Gewerkschaft Verdi Aldi Nord (mit Sitz in Essen) wegen Bestechung und Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz angezeigt.

Das Unternehmen soll die arbeitgeberfreundliche AUB mit insgesamt 350.000 Euro gefördert haben - oder "geschmiert", wie es Verdi-Vizechefin Margret Mönig-Raane bezeichnet. Als Gegenleistung soll AUB in Filialen von Aldi Nord Stimmung gegen Verdi gemacht haben.