Der steigende Außer-Haus-Verzehr treibt die Umsätze mit fair gehandelten Produkten an. Der Handel ist allerdings nicht der Wachstumstreiber.

Die Bundesbürger haben 2010 für 413 Millionen Euro fair gehandelte Produkte gekauft, die aus langfristigen Handelspartnerschaften mit Genossenschaften und Plantagen in Entwicklungsländern stammen. Das waren 91 Millionen Euro oder 28 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Forum Fairer Handel (FFH) am Freitag mitteilte.

In diesem Netzwerk kommen die Akteure des fairen Handels in Deutschland zusammen, darunter Importeure, die Weltläden, kirchliche Organisationen und der Verein Transfair, der das Fairtrade-Siegel vergibt. Transfair selbst hatte im Mai einen Umsatzsprung von 27 Prozent für das vergangene Jahr gemeldet.

Mehr als 30.000 Verkaufsstellen

Mittlerweile bieten 33.000 Läden, Supermärkte und Drogerien Produkte aus fairem Handel an, wie FFH-Geschäftsführerin Antje Edler in Berlin berichtete. In der Gastronomie sei das Wachstum am stärksten. Die Zahl der Restaurants, Cafés und Bäckereien mit Fair-Trade-Produkten sei um 20 Prozent auf rund 18.000 gestiegen.

Kaffee macht mit 32 Prozent den größten Anteil vom Gesamtumsatz aus, gefolgt vom Kunsthandwerk mit 21 Prozent und Kakao/Schokolade mit 10 Prozent. Im Kaffeemarkt haben Fair-Trade-Bohnen aber lediglich einen Anteil von 1,25 Prozent.

Dauerhafte Handelsbeziehungen

Ziel der Organisation sind dauerhafte Handelsbeziehungen mit den Erzeugern. Kleinbauern und Landarbeiter sollen ein Einkommen erhalten, das ihre Existenz sichert. In der gegenwärtige Hungersnot in Ostafrika sei Soforthilfe notwendig, sagte Edler.

Mit Somalia sei fairer Handel derzeit nicht möglich, dazu fehlten angesichts von Kämpfen mit Waffen die Rahmenbedingungen. "Wir brauchen ein stabiles Umfeld, um langfristige Handelspartnerschaften aufbauen zu können", betonte Edler.

Der faire Handel leiste anderswo schon heute einen Beitrag gegen Hunger und Armut. Mehr als eine Million Kleinbauern und Arbeiter und deren Familien in mehr als 60 Ländern profitierten direkt vom fairen Handel, sagte Edler.

Von den 413 Millionen Euro Umsatz landeten nach ihren Angaben gut 60 Millionen Euro in den Produzentenländern. Die übrigen 350 Millionen Euro verteilten sich auf Transport, Veredlung, Einzelhandel, Steuern und Abgaben.