Ob es an der europäischen Schuldenkrise liegt oder am fehlenden Sommer, ist ungewiss. Jedenfalls war die Kauflaune im Mai etwas gedrückt. Überraschend viel verlor der sonst boomende Onlinehandel.

Die Kauflaune der Verbraucher ist gedrückt. Im Mai sanken die Umsätze des deutschen Einzelhandels gegenüber dem April preisbereinigt (real) um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Nominal stiegen die Umsätze leicht um 0,1 Prozent. Zudem wurden die Zahlen aus dem April kräftig nach unten korrigiert. Statt eines satten Plus' von real 0,6 im Vergleich zum März 2012 verzeichneten die Einzelhändler revidiert ein Minus von 0,2 Prozent.

Kürzerer Mai als im Vorjahr

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Umsätze der Einzelhändler im Mai real um 1,1 Prozent, nominal stiegen sie um 1 Prozent. Allerdings hatte der Mai 2012 mit 24 Verkaufstagen zwei Verkaufstage weniger als der Mai 2011.

Besonders schwach entwickelte sich im Jahresvergleich das Geschäft der Internet- und Versandhändler, das real um 4,1 Prozent nachgab. Einzelhändler im Bereich Textilien, Bekleidung, Schuhe und Leder büßten 2,4 Prozent ein. Hingegen stiegen die Erlöse bei Supermärkten und SB-Warenhäusern real um 0,4 Prozent (nominal: plus 2,9 Prozent).

Von Januar bis Mai 2012 wurde im deutschen Einzelhandel nominal 2,3 Prozent und real 0,3 Prozent mehr umgesetzt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.