Zwar ist das gute alte Buch weiterhin beliebt bei deutschen Kunden - trotzdem steigt auch hierzulande die Begeisterung für E-Books. Und der Versandbuchhandel profitiert stark vom Onlinegeschäft.

Deutschlands Leser verlangen zunehmend elektronische Lektüre. "Dieses Jahr werden rund 5 Prozent der online verkauften Bücher E-Books sein, kommendes Jahr vermutlich rund 10 Prozent", sagte Verena Hofmeier, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Versandbuchhändler, am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Ulm. Im Jahr 2010 lag der Anteil bei 1,5 Prozent.

"Wir sind aber noch lange nicht auf dem Niveau der USA", erklärte sie. Dort hatte Großhändler Amazon im April erstmals mehr elektronische als gedruckte Bücher verkauft.

Der Geruch des gedruckten Buches

"Viele Leser hierzulande schätzen weiter die Haptik und den Geruch eines gedruckten Buches", erklärte Hofmeier. Auch Kataloge seien zum Bestellen weiter sehr beliebt. "Solche Händler sind im vergangenen Jahr auch gewachsen", sagte die Geschäftsführerin mit Blick auf die Umsätze, bei denen der traditionelle Versandbuchhandel um 4 Prozent auf 504 Millionen Euro zulegte.

Dennoch bleibe der Online-Handel der Umsatzmotor - dort sei nach einem Umsatzplus von 11 Prozent auf 919 Millionen Euro mit einem erneuten Plus im laufenden Jahr zu rechnen. Das habe auch damit zu tun, dass manch kleinerer Versandbuchhändler über die großen Verkaufsportale seinen Handel betreibt.

Sorge bereitet dem Verband der Trend, dass Anwaltskanzleien versuchten, Buchhändler wegen Urheberrechtsverstößen abzumahnen. "Wir hatten zuletzt mehrere Fälle, in denen statt des Verlags oder Autors eines Buches der Händler belangt wurde", sagte Hofmeier. In einem Fall habe der Verband vor dem Landgericht Hamburg einen Erfolg errungen. "Die Buchhändler wurden als wichtig für die öffentliche Meinungsbildung eingeschätzt. Wir hoffen, dass dieser Fall mögliche weitere Klagen verhindert", so die Juristin.