Die Konmsumenten geben auch in diesem Jahr mehr für Schönheit und Sauberkeit aus, weiß der Branchenverband IKW. Während der Trend zur Naturkosmetik andauert überrascht die Beliebtheit des  WC-Steins.

Die Deutschen sind ausgesprochene Saubermänner: Denn weltweit ist Europa mit einem Umsatz von 100 Milliarden Euro der größte Markt für Schönheits- und Haushaltspflege-Produkte – das ist "in etwa so viel wie in den USA und China zusammen", erläuterte Thomas Keiser, Geschäftsführers des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel (IKW), heute beid er Jahrespressekonferenz in Frankfurt. Und innerhalb Europas ist Deutschland mit einem Umsatz von 17,5 Milliarden Euro der mit Abstand der größte Markt, gefolgt von Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.

Anders ausgedrückt: Die deutschen Konsumenten geben im Jahr durchschnittlich 211 Euro für Schönheit und Hygiene aus, deutlich mehr als der Durchschnittseuropäer. Denn der investiert im Schnitt 173 Euro. Allerdings sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass die Briten mit einer Pro-Kopf-Ausgabe in Höhe von 235 Euro noch reinlicher sind, genauso wie die Franzosen (228 Euro), Österreicher (226 Euro) und Schweden (221 Euro).

Plus von 2,4 Prozent

Der Verbandsprognose zufolge werden sowohl die Schönheits- als auch die Haushaltspflegeprodukte das aktuelle Jahr jeweils mit einem Wachstum von 2,4 Prozent abschließen "und liegen damit deutlich über der vom Herbstgutachten für die Bundesregierung erwarteten volkswirtschaftlichen Gesamtleistung von 1,8 Prozent", freute sich der IKW-Vorsitzende Rüdiger Mittendorff, der im "echten" Leben Vorsitzender der Geschäftsleitung des Kosmetikherstellers Sebapharma ist.

Den Hochrechnungen zufolge wird der deutsche Einzelhandel mit Schönheitspflegemitteln 2015 rund 13,4 Milliarden Euro umsetzen – immerhin 300 Millionen Euro mehr als 2014. Die stärksten Umsatzbringer sind demnach Haarpflegeprodukte sowie Haut- und Gesichtspflegemittel, die jeweils rund drei Milliarden Euro zum Gesamtwert beitragen. Während der Haarpflegemarkt mit -0,1 Prozent stagniert, aber sein hohes Niveau als größter Teilmarkt mit einem Umsatz von 3,030 Milliarden nahezu unverändert hält, können Cremes, Lotionen & Co fast 5 Prozent auf 2,991 Milliarden Euro zulegen.

Dekorative Kosmetik legt zu, Rasierpflege geht zurück

Das Segment Dekorative Kosmetik legt demzufolge in diesem Jahr um 4,2 Prozent auf 1,605 Milliarden Euro zu, Mund- und Zahnpflegemittel um 2,3 Prozent 1,455 Milliarden Euro, Bade- und Duschzusätze um 3,9 Prozent auf 877 Millionen Euro, sowie Seifen und Syndets um 2,9 Prozent. Während auch Babypflege, Herren- und Damendüfte mit einem Plus abschließen, geht der Umsatz von Deos um 0,4 Prozent, von Aftershaves und Rasierpflegeprodukten um 2,8 Prozent und der von Enthaarungsmitteln um 2 Prozent zurück.

Rund um die Sauberkeit von Heim und Kleidung "werden die Kassen des Einzelhandels bis Jahresende einen gegenüber 2014 um 100 Millionen Euro auf rund 4,5 Milliarden Euro gestiegenen Warenwert registrieren", ist Keiser überzeugt. Mit weitem Abstand größter Umsatzbringer dieser Sparte sind demnach die Universal-/Voll- und Colorwaschmittel, die um 1,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro wachsen. Ebenfalls zulegen können Fein- und Spezialwaschmittel (2,3 Prozent), Waschhilfsmittel (2,1 Prozent) und Weichspüler (2,3 Prozent).

Anteilsmäßig am stärksten gewinnen Reinigungsmittel (4,8 Prozent) und Raumdüfte (4,1 Prozent) hinzu. "Für Geschirrspülmittel sowie Wohnraum-, Leder- und Autopflegemittel weist die Statistik Verkaufszahlen auf Vorjahresniveau oder leichten Zuwachs aus", so Keiser.

Drogeriemärkte für Kosmetik, Verbrauchermärkte für Haushalt

Drogeriemärkte sind rund um den Kauf von Schönheitsmittelchen die unangefochtene Nummer Eins der Konsumenten: Ihr Marktanteil liegt bei 44,5 Prozent, gefolgt von Parfümerien mit 18,2 Prozent und Verbrauchermärkte mit 14,8 Prozent Marktanteil. Bei dem Kauf von Reinigungsmitteln liegen hingegen die Verbrauchermärkte mit 35.7 Prozent in der Konsumenten vorne, gefolgt von Drogeriemärkten mit 25,3 Prozent und den Discountern Aldi, Lidl und Norma mit 19,7 Prozent.

Angesprochen auf die Trends nannte Rainer Anskinewitsch bei der Schönheitspflege Naturkosmetik. "Sie bleibt ein wesentlicher Wachstumstreiber", so , Geschäftsführer der von dem IKW beauftragten Marktforschungsunetrnehmen IRI Information Resources, der die Branchenzahlen im Detail vorstellte. Ihr Marktanteil beträgt demnach in zwischen rund 8,5 Prozent.

Der WC-Stein begeistert die Experten

Bei der von der Umsatzbedeutung her nach den Waschmitteln zweitwichtigsten Kategorie der Haushaltspflege, den Reinigungsmitteln, zeigte er sich begeistert von den "WC-Steinen, die den Markt weiter beleben".

Die taten es auch Konsumforscher Robert Kecskes von GfK Consumer Panels an, der in dem Erfolg der duftenden Klohelfer die perfekte Verbindung von Tradition und Innovation sieht: "Dass mit den WC-Steinen eine Nicht-Erlebnis-Kategorie boomt, liegt nicht etwa an einer Zunahme von Billiganbietern. Vielmehr wird das Wachstum getragen durch Unternehmen, die Qualität mit Innovation verbinden. Dafür sind die Kunden auch in einer Kategorie wie WC-Steine bereit, mehr zu zahlen", berichtete Kecskes aus seinen Untersuchungen zu den Erfolgsfaktoren der Branche in Zeiten neuer Konsumentenbedürfnisse.

Sybille Wilhelm

Die Entwicklung der Märkte Schönheitspflegemittel und Haushaltspflegemittel in Deutschland finden Sie