Bislang galt die Luxusbranche als ziemlich krisenfest. Das hat sich nun geändert, wie eine neue Studie zeigt.

Ob Champagner oder teurer Schmuck: Die Luxusgüterbranche wird von der weltweiten Wirtschaftskrise stärker getroffen als bisher erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Markenverbandes und der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG.

"Luxus ist eben nicht krisenresistent", erläutert Martin Ruppmann, Geschäftsführer der Markenartikel Service GmbH in Düsseldorf. Unter Experten galt die Branche bislang durchaus als krisenfest. "Luxus hatte immer Konjunktur", begründet Ruppmann.

Deutsche sehr preisbewusst

Inzwischen aber sinke die Bereitschaft der Kunden, einen Mehrpreis für Luxusgüter zu bezahlen. "Die deutschen Verbraucher sind im weltweiten Vergleich extrem preissensibel", erklärte Ruppmann. Insbesondere "Luxuseinsteiger", die erstmals oder sehr selten Luxusartikel kaufen, sehen laut Studie das Preis-Leistungs-Verhältnis kritisch. Mehr als die Hälfte von ihnen (56 Prozent) greift gerne zu Imitaten.

Doch selbst diejenigen, die regelmäßig Luxusware kauften, seien kein dauerhafter Garant für stabile Umsätze, heißt es in der Studie. "Luxus heißt, sich etwas zu gönnen. Das wird jetzt aufgeschoben und manchmal auch aufgehoben, selbst von denen, die Luxus gewöhnt sind", sagt Ruppmann. Deutlich weniger gekauft würden derzeit Artikel wie Uhren, Schmuck, Luxuskosmetik oder Champagner. Bei Kosmetikartikeln etwa rechnet die Branche für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang von vier Prozent.

An Unterhaltungselektronik wird nicht gespart

"Teure Unterhaltungselektronik ist dagegen weniger von der Krise betroffen", so Ruppmann. Die Flaute auf dem Markt biete für die Unternehmen die Chance, das Profil zu schärfen und damit gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Das Volumen des Luxusmarktes in Deutschland schätzt KPMG auf insgesamt rund 12 Milliarden Euro. Für die Studie wurden im vergangenen Herbst und Winter in einer repräsentativen Stichprobe 3000 Verbraucher befragt.