Das Marktvolumen von Schönheitspflegemitteln steigt in diesem Jahr auf rund 13 Milliarden Euro. Auch beim Haushalt legen die Deutschen Wert auf Reinlichkeit, meldet der Branchenverband IKW.

Die Bartträger sind Schuld: Da auch Männer mit Dreitagebart kaum Pflegemittel für die Rasur benötigen, wird der Umsatz mit Rasierpflegemitteln 2014 um 2 Prozent auf 100 Millionen Euro und der der After- und Preshaves um 4,6 Prozent auf 146 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr sinken, prognostiziert der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW).

Doch da dies nur kleine Segmente sind, freuen sich Industrie und Handel über ein Schönheitspflegemittel-Marktvolumen im Wert von rund 13 Milliarden Euro - das sind 201 Millionen Euro oder 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Grundsätzlich geht es der Branche gut: "Schönheit, Pflege und Sauberkeit ist den Menschen wichtig. Dafür sind sie bereit, Geld auszugeben", sagte der IKW-Vorsitzende Rüdiger Mittendorff auf der Jahreswirtschaftskonferenz des Verbandes am Dienstag in Frankfurt. "Und das spüren auch die Handelsunternehmen." Der deutsche Konsument gibt demnach jährlich im Durchschnitt 148,10 Euro für seine Körperpflege aus - im Vorjahreszeitraum waren es nur 141,63 Euro.

Haarpflege stärkstes Segment

Die stärkste Produktgruppe rund um die Schönheit sind abermals die Haarpflegemittel, die um 0,8 Prozent auf 3,05 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen zulegten. Es folgen Haut- und Gesichtspflegemittel mit rund 2,8 Milliarden Euro, ein Plus von 0,9 Prozent.

Dekorative Kosmetik zählte mit einem Plus von 5,5 Prozent wie schon im Vorjahr "zu den wichtigsten Säulen des Wachstums", wie es Mittendorff ausdrückte. Für Lippenstift, Make-Up & Co. werden die Deutschen in diesem Jahr der Prognose zufolge etwa 1,6 Milliarden Euro ausgeben. Ein Verkaufsschlager ist dem IKW zufolge hier übrigens der Nagellack - Neuheiten wie abziehbarem Nagellack oder Glittereffekten sei Dank. Denn die gibt es nun auch in Drogeriemärkten und Supermärkten und nicht mehr nur bei der Kosmetikerin oder in Nagelstudios.

Die Mund- und Zahnpflegemittel legten um 2,4 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, Damendüfte ebenfalls um 2,4 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro sowie Bade- und Duschzusätze um 1,1 Prozent auf 843 Millionen Euro. Umsatzeinbußen ermittelte der IKW hingegen neben den Accessoires rund um die Rasur auch bei Seifen/Syndets und Enthaarungsmitteln. 

Unterdessen kaufen immer mehr Konsumenten Naturkosmetik: Ihr Marktanteil legte im dritten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf nunmehr 8 Prozent zu. Der Marktanteil der "naturnahen" Schönheitsprodukte, die im Gegensatz zur Naturkosmetik nicht zertifiziert sind und somit auch beispielsweise synthetische Zusatzstoffe wie Paraffine und Silikone enthalten können, stieg in diesem Zeitraum um 0,8 auf 6 Prozent.

Drogeriemärkte sind die Gewinner

Was die Marktanteile der einzelnen Vertriebsschienen angeht, legten die Drogeriemärkte im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 Prozent auf nun 43,4 Prozent zu. Der Marktanteil des traditionellen Lebensmitteleinzelhandels hingegen ging um 5,3 Prozent auf 1,4 Prozent zurück. Und während auch Aldi, Lidl und Norma mit einem Rückgang um 0,7 Prozent Federn lassen mussten und nun rund um die Schönheit einen Marktanteil von 5,6 Prozent haben, konnten die restlichen Discounter ihren Anteil um 4,2 Prozent auf 3,2 Prozent steigern.  

Foto: Fotolia
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Doch nicht nur die Körperpflege, auch Waschen, Pflegen und Reinigen im Haushalt steht bei den Verbrauchern hoch im Kurs: Im Jahr 2014 werden dem IKW zufolge Haushaltspflegemittel im Wert von gut 4,3 Milliarden Euro verkauft. Das sind etwa 34 Millionen Euro oder 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die mit einem gemeldeten Umsatz von fast 1,2 Milliarden Euro wertmäßig mit Abstand bedeutendste Produktgruppe der Universal-/Voll- und Colorwaschmittel erzielte demnach ein Plus von 0,9 Prozent.

Dagegen verloren Fein- und Spezialwaschmittel ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit plus 2,3 Prozent zeigt die Produktgruppe Weichspülmittel das stärkste Wachstum und konnte damit an die positive Entwicklung im Jahr 2013 anknüpfen. Geschirrspül- und Reinigungsmittel sowie Raumdüfte zählen ebenfalls zu den Gewinnern an den Ladenkassen. Dagegen melden die Hersteller für Wohnraum-, Leder- und Autopflegemitteln stagnierende Umsätze oder leichte Rückgänge.

Für 2015 erwartet der IKW in den Bereichen Schönheitspflegemittel und Haushaltspflegemittel eine weitere positive Entwicklung zwischen ein und zwei Prozent.