Die Akzeptanz von neuen Logistikservices wie die taggleiche Lieferung oder Versandkosten-Flatrates ist in Deutschland noch nicht allzu ausgeprägt, zeigt eine Studie. Der Grund dafür ist eindeutig.

Heute bestellt, heute geliefert: Die so genannte Same Day Delivery wird derzeit von einigen Händlern wie Media-Markt, Conrad Electronic oder Lodenfrey angeboten. Allein, die Kunden nehmen den Service noch nicht so recht an, wie eine Studie von ibi research an der Universität Regensburg im Rahmen des Projekts "E-Commerce-Leitfaden" herausgefunden hat: Gut jeder zweite befragte Konsument würden die taggleiche Zustellung nur dann nutzen, wenn für ihn keine Kosten entstehen würden, jeder fünfte hat überhaupt kein Interesse an einem solchen Service.

Nur 27 Prozent würden für den Same-Day-Delivery-Service einen Aufpreis bezahlen. Bei Lebensmitteln im Wert von 25 Euro liegt der durchschnittliche Aufschlag demnach bei 3,17 Euro, bei Notebooks im Wert von 800 Euro sind es durchschnittlich 12 Euro und bei  TV-Geräten im Wert von 1.000 Euro  15 Euro.

"Logistikdienstleister müssen Mehrkosten weitergeben"

"Dass über die Hälfte der Befragten einen Aufpreis für Same-Day-Delivery ablehnt, steht dem deutlichen Mehraufwand für diesen Service diametral gegenüber", sagt Frank Iden, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Logistik Gruppe Deutschland. "Denn natürlich müssen die den Logistikern entstehenden höheren Zustellkosten an die Versender oder deren Kunden weitergegeben werden. Wer neue und aufwendige Dienstleistungen wie die taggleiche Lieferung in Anspruch nehmen möchte, muss also auch bereit sein, dafür zu bezahlen."

Ähnlich wie beim Thema Same-Day-Delivery verhält es sich bei dem Service einer Versandkosten-Flatrate, wie beispielsweise das Online-Warenhaus Amazon sie unter dem Namen Amazon Prime anbietet: Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer wünschen sich bei Onlinehändlern keine jährlichen Pauschalgebühren für Portokosten.

Für 14 Prozent sind Versandkosten-Flatrates interessant, 18 Prozent nutzen sie bereits. Bei den so genannten Heavy Shoppern, also Personen, die innerhalb von drei Monaten mindestens zehn Onlinekäufe tätigen, ist der Anteil der Flatrate-Nutzer mit fast einem Drittel dagegen naturgemäß deutlich höher, weitere 9 Prozent stehen einer Pauschalgebühr aufgeschlossen gegenüber.