Das Wunschauto der Deutschen ist weiterhin ein VW. Aber es soll heute ein dunkler Kombi sein, und gebraucht. Spaßmobile wie Cabrios oder SUVs sind weniger gefragt. Sagt die neue Verbraucherstudie von Aral.

Eigentlich gilt die Annahme, dass in Deutschland immer weniger Autos gekauft werden. Die Neuauflage der traditionellen Studie "Trends im Autokauf" des Tankstellenbetreibers Aral kommt zu einem anderen Ergebnis. 26 Prozent der 1.158 telefonisch Befragten planen in den kommenden eineinhalb Jahren die Anschaffung eines Autos. Vor allem das Interesse der Frauen an einem neuen Wagen hat dabei zugenommen. Der Handel muss sich zudem darauf einstellen, dass Autokäufer verstärkt nach Gebrauchtwagen suchen. Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) hatte bereits den Rückgang des Neuwagenabsatzes vorhergesagt.

Und was wird am liebsten gekauft? Unverändert Volkswagen, wie schon seit Studienbeginn im Jahr 2003. 18 Prozent der Befragten planen den Kauf eines VW. Der Zweitplatzierte Opel hat 8 Prozentpunkte Rückstand auf den Branchenprimus und legt mit einem Anteil von 10 Prozent um einen Prozentpunkt zu. Auf dem dritten Platz folgt mit Ford (8 Prozent) ein weiterer Volumenhersteller. Oberhalb der Volumensegmente etablieren sich laut Studie Audi, BMW und Mercedes-Benz einträchtig bei gleichen Marktanteilen: Jeweils 7 Prozent der Befragten wollen demnächst bei den deutschen Edelmarken einkaufen.

Spaßautos verlieren an Interesse

Die Verlierer der aktuellen Erhebung sind die japanischen Importeure: Vor zwei Jahren waren noch 16 Prozent der Befragten an einem solchen Fahrzeug interessiert, jetzt sind es nur noch neun Prozent.

Erstmals seit der Erstauflage der Studie vor zehn Jahren steht die klassische Limousine nicht mehr ganz oben in der Käufergunst. Nur noch 25 Prozent der Befragten interessieren sich für diese Karosserieform. Der neue Favorit ist der Kombi mit einem Anteil von 28 Prozent, die Lieblingsfarben sind hier Schwarz und Silber.

Ein weiterer Gewinner der aktuellen Erhebung ist der Kleinwagen: Vor zwei Jahren gaben sich nur 17 Prozent der Befragten mit einem Stadtflitzer zufrieden, jetzt sind es 26 Prozent. Vor allem  Dieselmodelle von Opel haben hier an Interesse dazugewonnen. Jüngere Fahrzeugsegmente wie der Mini-Van und auch Geländewagen/SUVs dagegen sind mittlerweile ebenso weniger gefragt wie Cabrios.

Nachfrage nach Finanzierung steigt weiter an

Bei der Bezahlung für das nächste Auto setzt sich der bereits 2005 eingeschlagene Kurs fort, denn die Finanzierung nimmt bei Neu-, Jahres- oder Gebrauchtwagen kontinuierlich an Bedeutung zu. Vor acht Jahren wurde nur rund jedes zehnte Auto finanziert, inzwischen ist es mit 56 Prozent mehr als jedes zweite. Mit Bargeld will nur noch rund ein Drittel der Käufer im Autohaus bezahlen - vor zehn Jahren waren es noch zwei Drittel.

Bei Elektroautos ist der Deutsche weiterhin vorsichtig. Zwar wird solchen Mobilen ein großer Beitrag zum Umweltschutz zugetraut, doch weder bei der unmittelbaren Kaufentscheidung noch in der absehbaren Zukunft ist die Akzeptanz für die neue Technologie unter den potenziellen Autokäufern besonders hoch. Nur 27 Prozent von ihnen können sich überhaupt vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen.

Das ist ein Prozentpunkt weniger als vor zwei Jahren und 9 Prozentpunkte weniger als bei der ersten Erhebung zu diesem Themenkomplex vor vier Jahren. Eine Barriere für den Markterfolg ist nach wie vor die Mindestreichweite, denn nur 11 Prozent der Befragten geben sich mit einer Reichweite von 150 Kilometern oder weniger zufrieden. Fast die Hälfte der Befragten erwartet mindestens 350 Kilometer.